Statements

 

Bundesbürgern sind Parks und Grünflächen wichtiger als Bildung und Kultur

Parks und Grünflächen stehen für die große Mehrheit der Deutschen noch vor Theatern, Museen und einem guten Freizeitangebot an erster Stelle, wenn es um die Attraktivität einer Stadt geht. Das zeigt jetzt eine repräsentative Umfrage der Baumschulen Lorenz von Ehren, die das Berliner Forsa-Institut unter 1.000 Bundesbürgern Mitte August durchgeführt hat. So ist 91 Prozent der Deutschen ein hoher Anteil von Parks und Grünflächen für die Wohnqualität „wichtig“ oder „sehr wichtig“. Dicht auf folgen gute Verkehrsanbindungen (90 Prozent) und gute Einkaufsmöglichkeiten (89 Prozent). Demgegenüber spielt ein gutes Freizeitangebot eine erkennbar geringere Rolle (79 Prozent) und auch ein gutes kulturelles Angebot steht mit 69 Prozent Zustimmung auf der Prioritätenliste wesentlich weiter unten. Wie die Umfrage weiter zeigt, fordert mehr als jeder Zweite (56 Prozent) von den politisch Verantwortlichen seiner Stadt eine deutlich bessere Pflege bestehender Grünanlagen. Die Schaffung neuer Grünflächen an unkonventionellen Orten wie Dächern oder Industriebrachen hält die Hälfte (48 Prozent) der Befragten für wünschenswert. Für die Ausweitung bestehender Parks und Grünflächen plädieren 43 Prozent der Deutschen. Befragt danach, wie Parks heute beschaffen sein sollten, gibt eine klare Mehrheit von 82 Prozent vor allem einer ästhetischen Gestaltung den Vorzug – Parks sollen in erster Linie schön angelegt sein. Ebenso viele Befragte wünschen sich Sitz- und Liegegelegenheiten im Schatten von Pflanzen und Bäumen. Auch Ruhezonen und Rückzugsgebieten sind gefragt (80 Prozent), ebenso eine große Vielfalt an Bäumen und Pflanzen (77 Prozent).

Quelle: http://lve-baumschule.de/news/forsa_umfrage/LvE_forsa_Umfrage.pdf


Grün, nicht grau!

Im aktuellen Newsletter (2/2009) der Internationalen Gartenschau Hamburg igs 2013 fanden wir diesen Beitrag von Fernsehgärtner John Langley, den wir hier unverändert vorstellen:

Lebendige grüne Fassaden schmücken mittlerweile zahlreiche Gebäude, viele Metropolen werden zum "Gewächshaus": Allee- und Parkbäume, Straßenbegleitgrün, schwebende Gärten, Spontanbewuchs oder senkrechte, flächendeckende Wildnis an den Fassaden. Ohne Natur pur will der Mensch nicht leben, grüne Oasen in einer Stadt werden von vielen Menschen als Gartenersatz angesehen. Verständlich, dass zunehmend Architekten, Gartengestalter und Planer Begrünungskonzepte ausarbeiten, um mit Pflanzen die Lebensqualität zu erhöhen. Im Einklang mit individuell gestalteten und gelungenen Grünräumen ergibt die Bauarchitektur ein harmonisches Gesamtbild. Wer sich aufmerksam durch die Stadt bewegt, entdeckt, dass Architektur ohne Grün wirkt wie ein Film ohne Musik: trist, grau, ohne Seele. Das Grün in der Stadt dagegen ist Musik: Sie ist Schwung, Leben und Dramaturgie.

John Langley

Quelle: igs-Newsletter "park-news 2/2009"
Zu bestellen unter: http://www.igs-hamburg.de


Wie wäre es mit mehr Grün?
Der stellvertretende Lokalchef der Nürnberger Zeitung, Dieter Wegener, wünscht sich in einer Meldung seiner Zeitung am 12. Januar 2009 mehr Grün für die Stadt. Der Beitrag gefiel uns so gut, dass wir ihn hier unverändert wiedergeben:

"Mitten im Winter für mehr Grün zu werben - das erscheint nur auf den ersten Blick widersinnig. Und so stehe ich hier auf dem Kornmarkt, auf einem der trostlosesten Plätze Nürnbergs, mit meinem bisschen armseligen Grün. Viel armseliger als mein bisschen Grün ist allerdings der Kornmarkt. Angrenzend an das Germanische Nationalmuseum zeigt er, wie man eine wichtige Fläche inmitten der Stadt durch und durch kläglich gestalten kann. Einige wenige Bäumchen fristen ihr Dasein ganz am Rand der Fläche - zu wenig! Hier wie auch bei anderen steinernen "Schmuckstücken" Nürnbergs hat sich die Stadt nicht mit Ruhm bekleckert. Die Kernstadt zwischen Altstadtring und mittlerem Ring präsentiert sich zwar architektonisch in reizvollem Zustand, ökologisch jedoch im Koma. Viele Bürger klagen nicht nur über zu viel Verkehr, Straßenlärm und Luftverschmutzung. Sie wünschen sich auch mehr Grün in ihrem unmittelbaren Lebensraum. Das tue ich auch - denn Grün wirkt, und diese Farbe vermittelt so viel Positives. Umfragen belegen schon längst: Grünflächen spielen eine immer wichtigere Rolle für die Attraktivität großstädtischer Metropolen. Sie zählen zu den so genannten weichen Standortfaktoren. Viele Stadtväter haben deshalb am grünen Tisch weitsichtig beschlossen, Grünflächen auch als Visitenkarten ihrer Metropolen zu bewerten - auch in Zeiten knapper Kassen. Ein Blick auf die "Grabplattenfläche" vor dem Germanischen Nationalmuseum zeigt mir jedoch: Grün wird in Nürnberg immer noch zu stiefmütterlich behandelt. Viele andere Städte sind da schon längst auf den grünen Zweig gekommen: Mittelalterlich geprägte Flächen müssen nicht bis auf den letzten Quadratmeter zugepflastert werden. Hamburg wirbt mit der "Grünen Metropole" und hat wie München, Düsseldorf, Braunschweig und viele andere Städte verinnerlicht: Parks und Grün sind auch in der Innenstadt in jeder Hinsicht wichtig."

Quelle: Dieter Wegener, Nürnberger Zeitung, 12. Januar 2009
Mehr unter: http://www.nz-online.de/artikel.asp?art=949461&kat=317


Grüne Mega-City

New York ist die grünste Stadt der USA. Dieser Tatsache widmet sich mit vielen eindrucksvollen Fotos die November-Ausgabe der Modezeitschrift Vogue so: Ein Viertel New Yorks ist grün - von zauberhaften kleinen Stadtteilparks wie Bryant Park in Midtown und Wave Hill in Bronx, über den New York Botanical Garden mit seinem uralten Baumbestand, dem kleinen, aber feinen Brooklyn Botanic Garden und ... Dazu kommen aberhundert bewachsene Innenhöfe vor allem in Lower Manhattan und natürlich der 470 Fußballfelder große Central Park. Die Stadtverwaltung fördert jeden Quadratzentimeter Rasen und jedes Blumenbeet. Nicht zu vergessen: Mehr als eine Viertelmillion Dachterrassen-Quadratmeter gibt es in New York. Wer das grüne New York erkunden will, findet im Reise-Teil der Vogue (!) spezielle Informationen, Adressen und Tipps.

Quelle: Helge Sobik, Vogue November 2008, Seite 164-168


Zurück in die Stadt!

Während der Herbstwind am Zelt rüttelt und Regenschwaden über das Brachland treiben, entwirft man in Frankfurt das zukünftige Europaviertel. "Das Wohnen muss zurück in die Stadt!", fordert Wirtschaftsdezernent Boris Rhein (CDU).

Die "schlechte und falsche Situation", dass täglich 350 000 Menschen zum Arbeiten nach Frankfurt pendeln, könne so nicht bleiben. Und deshalb beginnt 2009 in Frankfurt westlich der Emser Brücke und südlich des Messegeländes der Bau von Wohnungen für mehr als 3.000 Menschen und von Bürohäusern, in denen einmal 10.000 Personen beschäftigt sein sollen.

Der Immobilienkonzern Aurelis entwickelt auf dem früheren Gelände des Frankfurter Hauptgüterbahnhofs vier in sich geschlossene "Quartiere mit eigenem Charakter", so Geschäftsführer Joachim Wieland. Allein das Bruttobauland ist so groß wie 94 Fußballfelder. Für Grün, darunter ein großer "Europagarten", bleibt ein Drittel der Gesamtfläche.

Ein Beispiel für Nachhaltigkeit

"Viele Leute wollen wieder in der Stadt wohnen", sagt Wieland - und das westliche Europaviertel möchte da "ideale Voraussetzungen für junge Familien" bieten. Nördlich des 60 Meter breiten "Europaboulevards" werden die "Helenenhöfe" gebaut, 500 Wohnungen um grüne Atrien gruppiert, mit einer Schule und einer Kindertagesstätte. Spielplätze, Radwege: Was Wunder, dass Frankfurts berühmtester Stadtplaner Albert Speer von einem "Beispiel für Nachhaltigkeit" spricht. Passivhäuser mit niedrigem Energieverbrauch prägen das Viertel, schon jetzt ist Frankfurt laut Speer "die Stadt in Deutschland mit den meisten Passivhäusern". Östlich von den "Helenenhöfen" schließt sich das Quartier "In den Stadtgärten" an, 755 Wohnungen, die sich um einen Stadtplatz gruppieren und direkt an den grünen "Europagarten" grenzen. Hier geht es exklusiver und teurer zu, mit Maisonettes und mehrgeschossigen Stadtvillen. Am Platz finden sich Läden für den täglichen Bedarf.

Quelle: Claus-Jürgen Göpfert, Frankfurter Rundschau, 22. September 2008
Mehr unter: http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/nachrichten/frankfurt/?em_cnt=1599615&em_ivw=fr_frankfurt


GREENDOTCOM

Vier mal im Jahr, ein Trend im Fokus: Kurz und prägnant erläutert Matthias Horx, Herausgeber des Trendmagazins des Zukunftsinstituts, den aktuellsten Trend. Neben Prognosen und Markteinschätzungen aus dem Think Tank des Zukunftsinstituts kommen in dem Quartalsbrief eine Vielzahl von Experten zu Wort, die in Gastbeiträgen und Interviews die Entwicklungen für Business, Konsum und Marketing erklären.


Ein interessantes Detail fanden wir im Editorial zur ersten Ausgabe von Anja Kirig: "Während wir für die erste Ausgabe des Quarterly im Netz recherchierten, haben wir gleichzeitig Bäume gepflanzt. Kein Witz, denn mit Ecocho ist jüngst die erste umweltfreundliche Suchmaschine an den Start gegangen, die pro 1.000 Suchanfragen zwei Bäume spendet. Natürlich macht auch Ecocho Profit - und vor allem aus seinen Gewinnabsichten keinen Hehl. Ecocho ist nur ein kleines Beispiel für den Greendotcom-Trend. Greendotcom heißt: Natur und Technik sind kein Widerspruch mehr. Greendotcom bedeutet: Umweltdenken und Fortschrittsglaube gehören künftig eng zusammen und verkörpern einen neuen Lebensstil. Denn die neuen grünen User verändern die Gesellschaft markant, in dem sie die Kommunikationstools des Netzes nutzen, um aktiv zu werden. Sie sind gleichzeitig Akteure einer sozialen Bewegung, Bürgerjournalisten, Konsumenten, Produzenten. Und nicht zuletzt Individuen, deren Absicht es nicht ist, in einer dieser Rollen aufzugehen, sondern sie miteinander im Alltag zu vereinen."

Diesen Trend nehmen wir auch wahr: Alles wird "Öko" und "Bio". Pflanzen werden zu Instrumenten, deren Einsatz gelegentlich auch Züge von "Greenwashing" trägt. CO2-Ausgleichsmaßnahmen werden in vielen Fällen als Baum-Pflanzaktionen angeboten, das finden wir gut, aber der Klimawandel erfordert vor allem Maßnahmen an der Quelle!

Mehr unter: www.zukunftsinstitut.de
http://www.ecocho.com/de/index.html


Am Mittwoch, 21. November 2007 stand diese Kolumne in den Schaffhauser Nachrichten:

Schwerter zu Gartenkrallen!

Jetzt soll es plötzlich aus sein mit der Internationalen Gartenbauausstellung? Sense, noch bevor das erste Hälmlein spriesst? Aber sicher nicht!
So einfach lassen wir uns doch nicht durch die Blume sagen, dass wir auf ein schöneres Rheinufer verzichten sollen. Jetzt muss ein Ruck durch die Stadt gehen! Schrebergärtner formiert euch! Spaten an Spaten wollen wir sein ein einig Volk von Jätern! Schwerter zu Gartenkrallen! Jetzt heisst es Finger aus dem Hintern nehmen, und zwar den grünen Daumen zuerst! Gartenbau rules! Wir haben auch schon früher Chabis produziert, diese Erfahrung müssen wir nun einbringen. Auf, auf, die Zeit drängt: Wenn wir heute in der ganzen Stadt Eichen pflanzen, reichen sie 2017 vielleicht schon bis auf Kniehöhe. Dafür bleiben die städtischen Grünanlagen bis 2017 völlig sich selbst überlassen: Für diese "naturnahen Ausgleichsflächen" beziehen wir massig Subventionen aus Bern. Damit kaufen wir uns 35 000 Laubbläser. Und dann, wenn wir alle das viele Laub der kleinen Eichen aus der Stadt hinausbringen müssen, machen wir die WELA 2018: Die Weltmeisterschaft im Laubblasen.

Das Original steht unter: Schwerter zu Gartenkrallen

 

Und das ist noch nicht alles, die Frage der Woche in den Schaffhauser Nachrichten ist: "Soll das Rheinufer auch ohne Gartenbauausstellung aufgewertet werden?" Abgestimmt wird via SMS. Ohne das Ergebnis bereits zu kennen, stellen wir eines fest: Entscheidungen über Gartenschauen und öffentliches Grün werden in der Öffentlichkeit mit großer Aufmerksamkeit begleitet und das dürfte dem Stellenwert von Grün in Wirtschaft und Politik nur gut tun!

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