Stadtentwicklung/Politik

 

Programm „Grüne Stadt“ für NRW

Im Koalitionsvertrag 2010 – 2015 zwischen NRWSPD und Bündnis 90/Die Grünen vom Juli 2010 steht auf Seite 44 (Zeilen 1991-1995) diese Ankündigung:

„Natur in den Städten wird als Erholungsraum immer wichtiger für Menschen, Tier- und Pflanzenarten. Dazu gehören vor dem Hintergrund des Klimawandels auch mehr Grüngürtel, naturnahe Gewässer, Stadtbäume, Gärten und Parkanlagen sowie Dach- und Fassadenbegrünung. Deshalb starten wir ein Programm „Grüne Stadt“, welches insbesondere auch sozial und von ihren Umwelteinwirkungen benachteiligte Stadtteile verbessert.“

Der gesamte Koalitionsvertrag steht als pdf zum Download unter:
http://www.gruene-nrw.de/koalitionsvertrag.html


Internationale Kommission für Städte und Klimawandel fordert die "Regenerative Stadt"

Städte tun noch immer zu wenig gegen den Klimawandel. Vor allem die Metropolen der Industrieländer sind die Hauptverursacher des globalen Treibhauseffekts. Das Prinzip der Nachhaltigkeit muss künftig für den gesamten Stoffwechsel einer Stadt sowie die lokale Wirtschaft gelten. Dies geht aus einem Arbeitspapier der Internationalen Expertenkommission zum Thema Städte und Klimawandel des World Future Council (WFC) und der Hamburger Hafen City Universität (HCU) hervor, die gestern und heute im Hamburger Rathaus tagte.

In dem Dokument ist erstmalig das Prinzip der Regenerativen Stadt formuliert. Es werden Leitlinien aufgezeigt, wie nicht nur die Energieversorgung und das Transportwesen, sondern der gesamte Stoffwechsel von Städten umgestaltet werden kann - bis hin zur Rückgewinnung von Nährstoffen aus Abwässern. Herbert Girardet, Stadtentwicklungsexperte und Programmdirektor des World Future Council: „Städte sind das wichtigste Aktionsfeld, um den Klimawandel in den Griff zu bekommen. Die Frage, wie schnell wir den Ausbau der Erneuerbaren Energien, die Steigerung der Energieeffizienz, nachhaltige Transportsysteme und vor allem eine Kreislaufwirtschaft in Städten erreichen, wird darüber entscheiden, ob wir eine übermäßige Erderwärmung noch vermeiden können. Die Kosten für diese regenerative Revolution relativieren sich, wenn man sie den zu erwartenden Kosten des Klimawandels gegenüberstellt.”
Nationalregierungen haben sich der Herausforderung bislang gar nicht oder unzureichend gestellt. Die Expertenkommission schlug deshalb heute die Gründung einer nationalen Enquetekommission für die Zukunft von Städten vor. Ziel eines solchen Gremiums sei es, ganzheitliche urbane Entwicklungskonzepte zu entwickeln sowie Entscheidungen der Bundesregierung auf ihre Wirkung für die Nachhaltigkeit von Städten und die Lebensbedingungen der Menschen hin zu überprüfen. Darüber hinaus könnte die Bundesregierung damit ein Vorbild für alle anderen Länder sein, in denen ein solches Gremium ebenso notwendig sei.
Die Expertenkommission „Städte und Klimawandel“ ist ein Kooperationsprojekt des WFC und der HCU. Sie besteht aus zwanzig Mitgliedern aus Wissenschaft, Stadtplanung, Technologie und dem Bildungssektor. Unter den Mitgliedern sind Prof. Dr. Hartmut Graßl, ehemaliger Leiter des Max-Planck-Instituts für Meteorologie, Dr. Ashok Khosla, Präsident des Club of Rome, und Nicholas You, Klimachef von UN Habitat, der Städteorganisation der Vereinten Nationen.

Quelle: http://www.worldfuturecouncil.org/2847.html

Pressekontakt:
Stiftung World Future Council
Klima- und Energiedirektor
Stefan Schurig
Tel.: +49-177 25 100 19
Email: stefan.schurig@worldfuturecouncil.org


ZDF auslandsjournal vom 28. April 2010
Metropole, Moloch, Megacity - Leben in der Stadt der Zukunft

Schon jetzt wohnt mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten, 2030 werden es voraussichtlich mehr als zwei Drittel sein. Und es gibt keine Anzeichen dafür, dass die Sogwirkung der Städte nachlassen könnte. Ganz besonders gilt das für China, dem Land mit den meisten Millionenstädten, wo Megacities noch immer täglich Tausende mit dem Versprechen einer besseren Zukunft locken.
Die Expo in Shanghai wird eine Veranstaltung der Superlative: Bis zu 100 Millionen Besucher werden ab dem 1. Mai auf der wohl größten Weltausstellung aller Zeiten erwartet. Das Gelände dafür wurde eigens neu erschaffen. Die Expo, ein Beispiel für moderne Stadtplanung?

Der Zukunft auf der Spur
"Better City, Better Life". Getreu dem Motto der Weltausstellung testet ZDF-Reporter Andreas Stamm Ideen und Konzepte, wie dieses Ziel erreicht werden kann. In Tokio durchläuft er die Ausbildung zum "Skyfront-Koordinator", einem urbanen Dachgärtner. In den Hochhausschluchten aus Asphalt und Beton staut sich die Hitze, im Sommer fällt das Thermometer selbst nachts selten unter 25 Grad. Grünflächen sorgen da für Ausgleich. Und seit auf Tokios Dächern die Hobbygärtner jäten und sähen, entsteht ein neues Nachbarschaftsgefühl - mitten in der Anonymität der Großstadt.
Im Londoner Straßenverkehr ganz ohne Verkehrsschilder und Signalanlagen auskommen? Riskant, aber für ZDF-Reporter Andreas Stamm kein Problem. In Berlin hat er zudem das "Betahaus" besucht - eine der größten Bürogemeinschaften Europas, den so genannten "Co-Working spaces". Und in Brüssel zieht Andreas Stamm in das "Haus der Zukunft" ein, wo selbst der Einkauf per Mausklick aus dem Wohnzimmer erledigt wird. Die Zukunft der Stadt, hier ist sie bereits Realität.

Die Themen der Sendung (die Sie auch einzeln anschauen können):
* Best of Expo
* Die Zukunft der Stadt
* Entwicklung der Weltstädte
* Interview mit dem Zukunftsforscher Matthias Horx
* Umweltprobleme in China
* Lärmschutz in Linz

Wie sieht das Leben in der Stadt der Zukunft aus? Welche Herausforderung haben wir zu meistern? Und wie können Lösungen aussehen? Fragen, die das auslandsjournal XXL "Metropole, Moloch, Megacity - Leben in der Stadt der Zukunft" beantwortet.

Quelle: http://auslandsjournal.zdf.de/ZDFde/inhalt/7/0,1872,8067527,00.html

Link zum Beitrag in der ZDF-Mediathek:
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag


Alleebaumbilanz in Brandenburg ausgeglichen

Potsdam - Brandenburg hat für die Jahre 2001 bis 2009 eine ausgeglichene Bilanz von gefällten und gepflanzten Alleebäumen: 43.299 Bäume wurden gefällt und 44.468 gepflanzt. Verkehrsminister Jörg Vogelsänger bekräftigte, das von der Landesregierung 2007 beschlossene Alleenkonzept weiterhin kontinuierlich umzusetzen. Wichtigstes Ziel sei es, den Alleenbestand an Bundes- und Landesstraßen von rund 2.500 Kilometern dauerhaft zu sichern, so der Minister.

Verkehrsminister Jörg Vogelsänger: „Brandenburg steht weiterhin konsequent zu seiner 2007 beschlossenen Alleenkonzeption. Wir wollen die rund 2.500 Kilometer Alleen an Bundes- und Landesstraßen dauerhaft sichern. Wir haben uns verpflichtet, jedes Jahr 30 Kilometer Alleeabschnitte außerorts zu pflanzen. Dieses Ziel haben wir wie im Jahr 2008 überboten und im Jahr 2009 fast 34 Kilometer neu angelegt. Das sollte auch unseren Kritikern zeigen, dass wir es mit unserer Zusage ernst meinen, die Allen zu erhalten.“

Es wurden im Jahr 2009 insgesamt 5.800 Alleebäume gepflanzt. 4.551 Alleebäume mussten gefällt werden, hauptsächlich weil sie zu alt waren. Damit ist abermals eine positive Bilanz von diesmal 1.249 Alleebäumen erzielt worden. Auch für die Jahre 2001 (Beginn der statistischen Erfassung der Alleen) bis 2009 ist nunmehr ein deutliches Plus von 1.169 Alleebäumen zu verzeichnen. Im Ganzen wurden 43.299 Alleebäume gefällt und 44.468 gepflanzt.

Der überwiegende Bestand der Alleen in Brandenburg ist bereits überaltert. Die Altersstruktur ist historisch bedingt unausgeglichen. Rund 70 Prozent aller Alleebäume sind 70 bis 90 Jahre alt. Der Lebenszyklus eines Baumes beträgt rund 80 Jahre. Die letzte große Welle von Pflanzungen fand in den 1930er Jahren statt. Brandenburg ist das alleenreichste Land noch vor Mecklenburg-Vorpommern.

Die Landesregierung führt seit Jahren eine transparente und nachvollziehbare Statistik über Fällungen und Neupflanzungen von Alleebäumen und aktualisiert jährlich die Alleenkarte.

Quelle: http://www.mil.brandenburg.de/sixcms/detail.php?id=448549


Green City Italia in Mailand: Eine Metropole rüstet für die Zukunft

Wir freuen uns, dass sich am 10. März 2010 die Italienische Initiative Green City Italia offiziell vorgestellt hat. Auf der Internetseite www.greencity-italia.com finden Sie Links zu Vorträgen, Interviews, Bildern und Kurzfilmen. Am 4. Juni 2010 findet die Europäische Veranstaltung „Green City toward the cities of the future" in Mailand statt, an dem sich auch die Grüne Stadt-Initiativen aus Großbritannien, Frankreich, Niederlande, Deutschland sowie die Internationale Vereinigung der Landschaftsgärtner ELCA beteiligen.

Es gibt kaum eine Stadt in Europa, die in der Öffentlichkeit derart stark mit Problemen der Luftverschmutzung verbunden wird wie Mailand. Die norditalienische Metropole kämpft neuerdings jedoch mit Hilfe innovativer Lösungen gegen die allgegenwärtige Smog-Kappe, und will sogar zum pulsierenden Herz einer neuen, nachhaltigen Wirtschaftsweise avancieren. Schließlich wird 2015 die Weltausstellung in Mailand stattfinden! Edoardo Croci, Initiator der umstrittenen City-Maut 'Ecopass', sprach in einem Interview des Nachrichtenportals Europolitan auch über die Begrünungspläne in Mailand. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass die von Claudia Abbado angestoßene Debatte, 90.000 neue Bäume in Mailand zu pflanzen, auch ein Meilenstein bei der Begrünung der Stadt wird. Der Raum Mailand und die gesamte italienische Wirtschaftswelt erfinden sich gegenwärtig neu, um die Herausforderungen nachhaltigen Wirtschaftens zu meistern, neue Produkte und Technologien zu entwickeln, und mit Hinblick auf die Weltausstellung 2015 in Exportschlager umzumünzen. Das Thema Green City ist in diesem Zusammenhang für Mailand eine riesige Chance. Es sind bereits bahnbrechende landschaftsarchitektonische Konzepte in der Umsetzung, die Mailand bis weit in die Zukunft hinein prägen werden.“

Mehr unter: http://www.europolitan.de/Wirtschaft/Green-Life


Green Capital Award 2011/2012

In der Europäischen Union (EU) leben aktuell rund 500 Millionen Einwohner und vier von fünf Europäern leben in Städten. Da der Großteil also in Städten oder Ballungsräumen lebt, kommen auf die städtischen Gebiete enorme ökologische Herausforderungen zu – der Umwelt- und Klimaschutz muss in den Städten beginnen. Seit 2010 wird daher jedes Jahr eine europäische Stadt zur “Grünen Hauptstadt Europas” gewählt und mit dem Green Capital Award ausgezeichnet. Für den prestigeträchtige Titel hatten sich für 2010 und 2011 nicht weniger als 35 Städte beworben, aus denen die acht Finalisten Amsterdam, Bristol, Kopenhagen, Freiburg, Hamburg, Münster, Oslo und Stockholm ausgewählt wurden.
Alle diese Metropolen konnten die Jury durch ihre hohen Umweltstandards sowie ihre ehrgeizigen Ziele zur Entlastung der Umwelt und der nachhaltigen Stadtentwicklung überzeugen. Der Titel “European Green Capital 2010? ging im Februar an Stockholm und die Auszeichnung “European Green Capital 2011? an Hamburg. Aber auch die nominierten Städte wissen um die Vorteilhaftigkeit ihres grünen Engagements. Barbara Janke, Stadtratsvorsitzende von Bristol, über die Vorteile ihrer Stadt: „Dazu zählt vor allem die zusätzliche Aufmerksamkeit in Europa, die Bristol einen Standortvorteil vor anderen britischen Städten verschafft. Nicht nur der Tourismus sondern auch zahlreiche andere Unternehmen und Geschäfte profitieren vom neuen Ruf als Großbritanniens umweltfreundlichste Stadt und auch die verbesserte Wahrnehmung durch die Einwohnern ist ein Erfolg, der selbst in einer der ohnehin schönsten Großstädte Englands von Bedeutung ist.“
Verantwortliches Handeln zahlt sich somit für Bristol nicht nur ökologisch sondern auch ökonomisch aus und die Stadt kann als Vorbild andere Städte inspirieren. Für die Green Capital Awards 2012 und 2013 haben sich zu den bisherigen 35 Städten auch schon weitere 17 beworben.

Quelle: www.klima-wandel.com

Video: http://www.klima-wandel.com/2010/03/10/


Online-Portal „Mitreden-U“:
Bundesumweltministerium geht neue Wege in der Bürgerbeteiligung

Mit dem Internet-Portal www.mitreden-u.de lädt das Bundesumweltministerium Bürgerinnen und Bürger zu einem Umweltdialog zur deutschen Nachhal-tigkeitsstrategie ein. Katherina Reiche, Parlamentarische Staatssekretärin im Umweltministerium, hat das Portal am 17. Februar 2010 mit einer Videobotschaft eröffnet. „Uns interessiert, welches Umweltthema aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger mehr Aufmerksamkeit benötigt und wo sie großen Handlungsbedarf sehen. Wir sind überzeugt: Wer mitgestalten und mitreden kann, der ist gern bereit, einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten“, so Reiche.
Bis zum 17. März 2010 können Bürgerinnen und Bürger eigene Beiträge einstellen, Vorschläge anderer Teilnehmer kommentieren und bewerten. Mit „Mitreden-U: Umweltdialog zur deutschen Nachhaltigkeitsstrategie“ geht das Bundesumweltministerium neue Wege in der Bürgerbeteiligung. Erstmals sind die Anregungen der Bürgerinnen und Bürger im Internet zu lesen und können hier diskutiert und bewertet werden. Anschließend werden die Beiträge durch das Ministerium ausgewertet. Zu drei der wichtigsten Themen werden bis zum Sommer ausgewählte Bürgerinnen und Bürger mit Vertretern von Verbänden und Vertretern des Umweltministeriums diskutieren.
Die Ergebnisse sollen in die Diskussion um die Themensetzung des Fortschrittsbericht 2012 zur deutschen Nachhaltigkeitsstrategie eingebracht werden. Durch „Mitreden-U“ werden Bürgerinnen und Bürger erstmals frühzeitig im Dialog miteinander sowie mit dem Ministerium an der Gestaltung der deutschen Nachhaltigkeitspolitik beteiligt.

Quelle: Bundesumweltministerium, Berlin
Mitmachen: www.mitreden-u.de

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http://www.mitreden-u.de/node/156


Internationales Jahr der biologischen Vielfalt 2010

Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundesumweltminister Norbert Röttgen, der Exekutivdirektor des UN-Umweltprogramms Achim Steiner und weitere prominente Gäste haben am 11. Januar 2010 bei einer Festveranstaltung im Museum für Naturkunde in Berlin das internationale Jahr der biologischen Vielfalt eröffnet. „Naturschutz ist kein Luxus. Die Natur liefert uns Nahrung, sauberes Wasser oder Medikamente. Insekten sichern unsere Ernten, indem sie Obst- und Gemüsepflanzen bestäuben. Wälder schützen uns vor Überschwemmungen, speichern große Mengen Kohlendioxid und wirken damit gegen den Klimawandel. Zerstören wir die Natur weiter, bringen wir uns langfristig selbst um unsere Existenz- und Wirtschaftsgrundlage“, sagte der Bundesumweltminister bei der Veranstaltung.

Nach wie vor schwindet die biologische Vielfalt weltweit in einer Geschwindigkeit, wie sie in der Geschichte vorher nicht beobachtet wurde. Auch in Deutschland ist es um die heimische Natur nicht gut bestellt: 72 Prozent aller Lebensräume sind gefährdet oder sogar akut von Vernichtung bedroht, so die Rote Liste von 2009. Von den einheimischen Tierarten Deutschlands sind 35 Prozent, von den Pflanzenarten 26 Prozent bestandsgefährdet. „Wir müssen daher sowohl national als auch international alles daran setzen, den Verlust der Lebensräume und Arten zu stoppen. Der Bundesumweltminister kündigte an, zur Umsetzung der in der letzten Legislaturperiode beschlossenen Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt ein „Bundesprogramm Biologische Vielfalt“ aufzulegen. „Eine Strategie zum Schutz der Natur ist wichtig – jetzt machen wir uns an die konkrete Umsetzung des Beschlossenen“, sagte Röttgen.

Weitere Informationen zum Internationalen Jahr der biologischen Vielfalt finden Sie unter www.bmu.de/45507

Quelle: http://www.bmu.de/presse/aktuell/4211.php


Europäische Kooperation Grüne Stadt

Vom 26.-28. Oktober 2009 fand in Straßburg die 4. Europäische Landschaftsbau-Tagung unter der Schirmherrschaft von Terry Davies, Generalsekretär des Europarats, statt. Ein Tag war dem Thema "Die Grüne Stadt" gewidmet. Unter dem Beifall der Delegierten zahlreicher Verbände und Institutionen wurde eine Kooperationsvereinbarung zwischen fünf nationalen Green-City-Initiativen und dem Internationalen Partner ELCA geschlossen. Die nationalen Partner sind: Frankreich, Italien, Großbritannien, Niederlande und Deutschland.

Mehr unter www.die-gruene-stadt.de

 

"Le Monde" vom 28.10.2009 über die Veranstaltung


Freiflächen nach Stadtumbau:
Folgt nach dem Abriß die grüne Stadt?

Bis Ende 2007 wurden in Ostdeutschland etwa 220.000 nicht mehr benötigte Wohnungen abgerissen. Zurück bleiben viele freie Flächen und die Frage, wie diese künftig genutzt werden können. Das Für und Wider von immer mehr Grünflächen in von Bevölkerungsrückgang und Schrumpfung betroffenen Städten untersuchte Stefanie Rößler vom Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR). Rund 85 % aller Rückbauflächen aus dem Programm "Stadtumbau Ost" werden derzeit nicht wieder baulich genutzt. "Der Umgang mit den frei bleibenden Flächen ist in der bisherigen Stadtumbaudebatte eher vernachlässigt worden", sagt Stefanie Rößler, Wissenschaftlerin im IÖR. Die Landschaftsarchitektin untersuchte am Beispiel der Städte Leipzig, Halle und Chemnitz die Chancen und Risiken sowie Herausforderungen von mehr Grün in der Stadt. Alle drei Städte sind von Stadtumbau betroffen. Neue Freiräume entstanden sowohl in randstädtischen Plattenbaugebieten als auch in innerstädtischen Altbauquartieren.

Welche Funktion und Gestalt die frei gewordenen Flächen im künftigen Stadtgefüge haben sollen, gehört zu den dringendsten Problemlagen gegenwärtiger Stadtentwicklung in schrumpfenden Städten. Ideen und Geld für grüne Nachnutzungen fehlen oft. So soll neben der Aufwertung des Wohnumfelds nach Möglichkeit auch eine Wertschöpfung auf der Abrissfläche entstehen. "Die Menschen werden sich an neue Nutzungsformen und manchmal auch einfach an verwilderte Brachen gewöhnen müssen", stellt Stefanie Rößler fest. Schon heute haben Grünverwaltungen mit Kürzungen ihres Budgets zu kämpfen, obwohl sie gleichzeitig für immer mehr Flächen zuständig sind. Das wirkt sich langfristig auch auf die Qualität, Nutzbarkeit und schließlich die Akzeptanz von neu entstandenen Grünflächen aus.

Dabei eröffnen neue Freiflächen durchaus auch Chancen für die Städte: Gepflegte und landschaftsarchitektonisch hochwertige Grünflächen gelten als wichtiger Standortfaktor und tragen damit zur Attraktivität und Konkurrenzfähigkeit einer Stadt bei. Insbesondere in bisher sehr dicht besiedelten Innenstädten und Altbauquartieren bietet mehr Grün mehr Lebens- und Umweltqualität. Nicht zu unterschätzen ist auch die Rolle, die Grünflächen bei der Anpassung der Städte an die Folgen des Klimawandels spielen werden. Sie sorgen für Abkühlung - ein wichtiger Aspekt bei der erwarteten Zunahme von Sommerhitze und Trockenheit. Städtisches Grün bietet zudem Lebensraum für viele Pflanzen und Tiere und trägt dadurch ganz erheblich zum Erhalt biologischer Vielfalt bei. Allerdings sind über die Hälfte aller grünen Nachnutzungsprojekte aufgrund rechtlicher und finanzieller Hindernisse nur temporärer Natur. Die vermeintlichen Qualitäten können so auch schnell wieder verschwinden.

Insgesamt wurde bereits eine Reihe von Projekten in den untersuchten Städten auf den Weg gebracht. Beispielsweise wird auf ehemaligen Plattenbaustandorten in Halle inzwischen Biomasseanbau betrieben. In Leipzig finden sich zahlreiche Beispiele für die Schaffung von Mieter- und Anwohnergärten. Für die Großwohnsiedlung Halle-Silberhöhe wurde sogar das Leitbild der "Waldstadt" formuliert. Dort werden große Aufforstungsflächen der Natur zurückgegeben. Ob Wald, Landwirtschaft, Garten oder Wildnis - die Zukunftsfähigkeit der einzelnen Projekte bleibt abzuwarten. Nicht hinwegtäuschen können diese Projekte über die vielen Flächen, auf denen wenig oder gar nichts passiert. Über kurz oder lang erobert sich die Natur diese Flächen zurück. Ob dies dann als Qualität und Zugewinn wahrgenommen wird, wird die Zukunft zeigen, meint Stefanie Rößler.

Ansprechpartnerin:
Stefanie Rößler, Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung
Tel.: + 49 (0) 351 463 42 426, E-Mail: S.Roessler@ioer.de

Quelle: http://idw-online.de/pages/de/news321106


Jugend macht Stadt

Mit insgesamt 1,3 Millionen Euro fördert das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung bis Ende 2009 Modellprojekte, bei denen Jugendliche ihre Stadtviertel mitgestalten und planen. Träger der Projekte können Kommunen, Wohnungsunternehmen, Hochschulen, private Initiativen oder Vereine sein.

Bundesminister Wolfgang Tiefensee betonte, wie wichtig es sei, dass Jugendliche stärker als bisher in die Verfahren und Prozesse der Stadtentwicklung und -planung einbezogen werden. "Jugendliche finden in ihren Stadtvierteln immer weniger attraktive Orte und Angebote. Hier wollen wir gegensteuern. Gesucht werden Strategien und Methoden, die den Jugendlichen mehr Möglichkeiten zum Mit-Reden, Mit-Entscheiden und Mit-Gestalten in ihren Stadtvierteln geben." Unter dem Motto "Jugend macht Stadt" wird das Bundesbauministerium außerdem Projekte fördern, die Jugendliche in Eigenregie durchführen. Ein solches Projekt kann beispielsweise der Umbau einer Freifläche durch die Jugendlichen sein, oder die Ausstattung einer Brachfläche mit einer temporären Bühne für open-air-Veranstaltungen. Umgesetzt werden die Projekte zwischen Juli und Dezember 2009.

Abgabefrist der Ausschreibungsunterlagen ist der 30. Juni 2009.

Quelle: http://www.bmvbs.de/-,302.1078722/Pressemitteilung.htm
Mehr Informationen und Ausschreibungsunterlagen: http://www.stadtquartiere.de.


Eine visionäre Idee wird 100 Jahre alt:

Die erste deutsche Gartenstadt Dresden-Hellerau feiert dieses Jahr Geburtstag. Der Wunsch, Arbeiten, Wohnen, Kultur und Natur zu verbinden, war damals hochmodern und hat bis heute nicht an Aktualität verloren. Informationen zur Gartenstadt unter Tel.: 0351/880 94 61.

Quelle: Stern Ausgabe 21/2009

Mehr unter:

www.dresden.de
www.hellerau100.de


Landes Garten Schauen!


"Landesgartenschauen und Grünprojekte bringen einen deutlichen Entwicklungsschub für die teilnehmenden Kommunen und sind zentrale Projekte für die Kommunalentwicklung. Dies unterstreicht auch das überwältigende Interesse an den Landesgartenschauen und den Grün-projekten für die Jahre 2015 bis 2025", sagte der baden-württembergische Minister für Er-nährung und Ländlichen Raum, Peter Hauk MdL, am 5. Mai 2009 in Stuttgart zum Abschluss der Bewerbungsrunde. Städte und Gemeinden des Landes konnten sich bis zum 30. April 2009 um Landesgartenschauen und Grünprojekte der Jahre 2015 bis 2025 bewerben. Insgesamt sind 41 Bewerbungen eingegangen, davon 23 um ein Grünprojekt und 18 um eine Landesgartenschau.

Die mit einer Landesgartenschau verbundenen Synergie- und Imageeffekte steigern spürbar die Attraktivität der jeweiligen Stadt. "Landesgartenschauen und Grünprojekte sind weit mehr als halbjährige Veranstaltungen. Die Lebensqualität in den Kommunen wird verbessert, die Infrastruktur modernisiert, die wirtschaftliche Entwicklung vorangebracht und das örtliche Vereinsleben nachhaltig gefördert", erklärte Hauk. Die Sicherung grüner Freiräume sei in dem hoch industrialisierten und dicht besiedelten Land auch künftig ein besonderes Anliegen der Landespolitik.

Im Rahmen der seit 1980 durchgeführten Landesgartenschauen und der im Jahr 2001 ein-geführten Grünprojekte, die in jährlichem Wechsel stattfinden, wurden bis zum Jahr 2008 rund 585 Hektar Grünanlagen geschaffen, neu gestaltet und dauerhaft gesichert. Das Land hat in dieser Zeit rund 73 Mio. Euro beigesteuert. Die veranstaltenden Kommunen selbst investierten zusätzlich rund 138 Mio. Euro in die Grüngestaltung. Zudem hat der Landeszuschuss im Durchschnitt der vergangenen Jahre etwa den sechsfachen Betrag an Investitionen in die Gartenschau-Daueranlagen sowie in begleitende Maßnahmen der öffentlichen Hand ausgelöst.

Quelle: Ministerium für Ernährung und ländlichen Raum Baden-Württemberg

Mehr unter: http://www.mlr.baden-wuerttemberg.de


Wolfsburg. The green city

So stellt sich die Stadt Wolfsburg in Ihrem Leitbild selbst dar:
"Grüne Großstadt - attraktive Wohnqualität
Wolfsburg bietet eine gute Wohnqualität. Attraktive Wohnräume sowie ein erlebnisreiches Wohnumfeld für Menschen jeden Alters und für jeden Anspruch ergänzen das Angebot. Wolfsburg ist eine der grünsten Großstädte in Deutschland. Eine Besonderheit ist die enge Verzahnung von Landschafts- und Stadtgrün. Die Stadt ist von mehreren Landschafts- und Naturschutzgebieten umgeben. Der Flächenanteil an Naturschutzgebieten liegt in Wolfsburg um das Fünffache über dem Landesdurchschnitt."

Die Stadt Wolfsburg lädt ein zu einem Themenjahr "Wolfsburg. The Green City" 2009. Auf einer "Grünen Stadtkarte" hat das Forum Architektur 40 sehenswerte Orte Wolfsburgs mit den verbindenden Radwegen sichtbar gemacht. Knapp 50 Institutionen der Stadt, Kultureinrichtungen und Museen, Naturschutzverbände und Vereine beteiligen sich am Programm "Wolfsburg. The Green City", das am 24. April beginnt. 83 Veranstaltungen an ausgewählten Orten rücken bis Ende Oktober grüne Themen in den Mittelpunkt. "Wir sind grün!" titelt außerdem ein großer Schülerfotowettbewerb des Instituts für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation.

Wolfsburg, eine Stadt, die noch immer mit einem industriellen Image verbunden wird, steckt traditionell viel Energie in die Gestaltung ihrer Freiräume. Als eine der ganz wenigen Stadtneugründungen der letzten 100 Jahre hat die Stadt die Idee der "Stadtlandschaft", das zentrale Leitbild im Städtebau des 20. Jahrhunderts, konsequent umgesetzt. Wolfsburg ist damit international zum Prototyp der modernen Stadt geworden.

Die Arbeitsgruppe Baukultur der Stadt Wolfsburg nimmt dies zum Anlass für das Themenjahr unter dem Titel "Wolfsburg. The Green City" 2009. Ziel der saisonalen Konzentration von Projekten und Veranstaltungen auf den Leitgedanken der "Grünen Stadt" ist es, Themen der Landschaftsarchitektur stärker in den Focus zu rücken und der Bevölkerung die hohen Qualitäten bewusst zu machen. Bürgerinnen und Bürger der Stadt vom Kind bis zur Seniorengruppe sollen die gestalteten Landschaftsräume Wolfsburgs in noch stärkerem Maße für sich entdecken. Auch aktuelle Themen der Freiraumgestaltung wie eine Sommerakademie mit Studierenden der Architekturhochschulen in Hannover und Dresden mit Entwurfsaufgaben zum Thema "Grünes Wohnen", die Einweihung des neuen Bürgerparks in Detmerode und der Spatenstich "Grüne Stadtachse Westhagen" finden sich im Programm.

Mehr unter: www.wolfsburg.de


"Mannheim blüht auf": Der grüne Funke soll überspringen


Mit viel Optimismus blicken Bürgermeister Lothar Quast und Kreisgärtnermeister Bernd Otto der Veranstaltung "Mannheim blüht auf" am 18. April auf dem Paradeplatz entgegen. Das Fest ist Auftakt des traditionellen Blumenschmuckwettbewerbs, der bereits in sein 75. Jahr geht. "Mannheim blüht auf" verstehe sich als direkter Nachfolger des beliebten Geranienmarktes, erklärte Otto. Auf dem Paradeplatz werden hochkarätig besetzte Beratungsstände für alle Fragen rund um heimische Pflanzen bereitstehen. Bürgermeister Lothar Quast rief zur regen Teilnahme am Blumenschmuckwettbewerb auf, bei dem schön gestaltete Balkone, Fenster und Vorgärten gekürt werden. "Besonders Baumscheiben liegen uns wieder am Herzen", sagte der für den Umweltbereich zuständige Bürgermeister. Eine solche Pflege bringe nicht nur Farbe ins Stadtbild, sondern diene auch der Vitalität der Bäume und wirke sich damit auf das Kleinklima aus. Gemeinsames Anliegen der Aktionen sei es, Mannheim ein Stück schöner und attraktiver zu machen. "Wir wollen an die Goldmedaille im Bundeswettbewerb Entente Florale des Jahres 2007 anknüpfen und den grünen Funken wieder überspringen lassen", so Quast. Die Stadt geht mit gutem Beispiel voran: In den Sommermonaten werden rund 80.000 Blumen gepflanzt. Über das Jahr hinweg werden insgesamt rund 700.000 Blumen in der Stadtgärtnerei großgezogen.

Mehr unter: http://www.rheinneckarweb.de/regionales/politik/detail/datum/2009/04/13/


Klimastrategien in europäischen Städten:
Begrünung als urbane Überlebenskunst

Hiermit empfehlen wir Ihnen eine Website, die uns selbst begeistert, weil sie vielfältige Aspekte der Grüne-Stadt-Philosophie vorstellt: http://www.biotope-city.net/index.html . Die Seite ist international, über Landesflaggen wählen Sie Ihre Sprache. Die folgenden Zeilen sind Auszüge aus einem Beitrag von Helga Fassbinder (Link zum vollständigen Text siehe unten!), den sie im Februar 2009 auf dem 7. Internationalen Gründach-Symposium in Ditzingen gehalten hat:

"Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, was für ein widersprüchliches, unstimmiges Verhältnis wir zur Natur haben? Natur - was ist das eigentlich? ... Wie andere Typen von Biotopen auch, der Wald, die Heidelandschaft, die Savanne etc. ist auch die Stadt ein Biotop. Charakterisiert durch viel Stein, Glas und Stahl und durch das gehäufte Vorkommen der Spezies homo sapiens. ... Statt die so genannte Natur draußen zu halten, sollten wir sie einladen, überall, wo auch immer möglich, sich in und auf unseren Städten auszubreiten und uns zu helfen, die Umwelt- und Klimaprobleme zu bewältigen. ... Die Begrünung der Städte ist dabei eine wichtige Strategie. Warum? Forschungsergebnisse haben inzwischen überzeugend demonstriert: Grün ist ein effizientes Mittel um die Belastungen der Stadtluft zu mildern, die Wärmedämmung der Gebäude zu erhöhen und im Sommer die Außentemperatur zu senken, und um zur Wasserrückhaltung bei Sturzregen beizutragen. ... Warum haben wir nicht überall, wo es überhaupt nur möglich ist, grüne Dächer, begrünte Brandwände und Fassaden und Bäume entlang den Strassen als eine Standardausstattung all unserer Planungen und Bauaktivitäten? ... Immer noch wird Grün in erster Linie unter dekorativen und rekreativen Gesichtspunkten eingesetzt. In den Planungsämtern und in amtlichen Verordnungen herrschen weitgehend noch Auffassungen vor, die geprägt sind durch ihre Herkunft aus Zeiten vollkommen anderer Lebensbedingungen in Städten. Das städtische Grün rangiert da immer noch unter 'Freizeit und Erholung'. Diese Haltung findet ihren radikalen Ausdruck in der Planersprache, die einen strikten Unterschied zwischen 'rot' und 'grün' macht ... Was wir heute brauchen, ist die entgegen gesetzte Haltung: nicht Rot versus Grün, sondern Rot als Träger von Grün, Rot als Grün. Das erfordert einen völligen Umschwung im Denken, mit dem sich Stadtplanung und Architektur nun eilends und vorrangig beschäftigen sollten. ... Glücklicherweise beginnt der Slogan der grünen Stadt unter Politikern populär zu werden; es sind erste Signale eines veränderten Denkens unter Architekten, und Stadtplanern auszumachen und mancherorts können wir die Ergebnisse einer praktischen Umsetzung wahrnehmen. ..."

Den gesamten Beitrag finden Sie hier:
http://www.biotope-city.net/artikelen%20editie1/deutsch/Fassbinder4-dt.html

 


Hamburg wird Europas "Grüne Hauptstadt"

Große Auszeichnung für Hamburg: Die Stadt darf sich neben Stockholm mit dem Titel "Grüne Hauptstadt Europas" schmücken. Die EU-Kommission vergibt den Preis an die Hansestadt, weil sie hohe Klimaschutzziele hat und der Umwelt sowie der Lebensqualität Priorität einräumt.

Die Europäische Kommission hat Hamburg und Stockholm zu "Grünen Hauptstädten Europas" gekürt. Die schwedische Hauptstadt kann sich 2010, die Hansestadt 2011 mit dem Titel schmücken, teilte die Kommission am 23. Februar 2009 in Brüssel mit. Mit dem neuen Preis sollten die Städte ermutigt werden, die Lebensqualität ihrer Bürger zu verbessern. In Hamburg mit seinen rund 1,8 Millionen Bürgern stehe das Engagement für die Umweltpolitik einer angemessenen Finanzierung gegenüber, hieß es. Die Luftqualität sei sehr gut und die Stadt von einem gut erreichbaren Grünflächennetz durchzogen. Zudem habe Hamburg ehrgeizige Klimaschutzziele.
EU-Umweltkommissar Stavros Dimas gratulierte Stockholm und Hamburg "zu ihren Bemühungen, der Umwelt und der Lebensqualität oberste Priorität einzuräumen". "Vier Fünftel aller Europäer leben inzwischen in Städten, und dort treten die Umweltprobleme unserer Gesellschaft am deutlichsten zutage", sagte der Grieche. "Mit ihren Maßnahmen zur Bekämpfung von Luftverschmutzung, Verkehrsaufkommen, Staus, Treibhausgasen sowie zur Abfall- und Abwasserbewirtschaftung können Stockholm und Hamburg anderen Städten in Europa als Vorbild dienen."
Hamburgs Umweltsenatorin Anja Hajduk (GAL) erklärte, es sei für Hamburg eine große Ehre, als eine der ersten beiden Städte den Titel "European Green Capital" tragen zu dürfen. "Als Umwelthauptstadt wollen wir zu einer Plattform für den europaweiten Austausch von Experten und Bürgern über Umweltfragen werden und dabei die ganze Stadt einbeziehen." Hamburg werde den Titel mit zahlreichen Veranstaltungen und Aktionen mit Leben füllen. Unter anderem plane die Hansestadt, mit einem "Zug der Ideen" den Geist der Umwelthauptstadt Europas in andere europäische Städte zu tragen.

Insgesamt hatten sich 35 Städte um den undotierten Titel beworben. Unter den acht Kommunen in der Endausscheidung waren Freiburg im Breisgau und Münster sowie Amsterdam, Bristol, Kopenhagen, Oslo und Stockholm.

Mehr unter:
http://ec.europa.eu/environment/europeangreencapital/index_en.htm
http://www.welt.de/hamburg/article3260291/Hamburg-wird-Europas-Gruene-Hauptstadt.html


Frankfurt soll "Ökotropolis" werden


Für die Schaffung von neuem Wohnraum in Frankfurt in den nächsten Jahrzehnten solle ein Masterplan erarbeitet werden. Frankfurt solle sich mit ökologischen Projekten als eine Art "Ökotropolis" profilieren. In schwierigen Stadtteilen sollten "Leuchtturmschulen" eingerichtet werden. Das sind drei Ideen aus einer langen Reihe von Vorschlägen, die in der Denkschrift "Frankfurt für alle" zu finden sind. Die rund 200 Seiten starke Studie, die Handlungsperspektiven bis zum Jahr 2030 geben soll, wurde Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) überreicht. Roth kündigte an, dass die Ergebnisse der Studie in politische Initiativen münden sollen. Auch sei beabsichtigt, mit den Bürgern darüber zu diskutieren.
Laut Albert Speer, dessen Büro AS&P die Denkschrift federführend erstellt hat, gab die wachsende Städtekonkurrenz Anlass, sich über die Zukunft Frankfurts systematisch Gedanken zu machen. Es gehe darum, die Anziehungskraft der Stadt auf die kreativen Eliten der Wissenschaftsgesellschaft zu stärken. Nur dann könnten auch künftig Unternehmen erfolgreich angesiedelt werden. Gleichzeitig dürfe man über die "Wissensnomaden" aber nicht die übrige Gesellschaft aus dem Blick verlieren, daher der Titel "Frankfurt für alle". Gemeinsam mit Vertretern der Polytechnischen Gesellschaft und deren Stiftung habe man ein Jahr lang rund 130 Experten aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Bildung, Wissenschaft und Kultur befragt. Die Studie wurde von Unternehmen finanziert. Zu den Geldgebern gehören die Deutsche Immobilien Chancen, die UBS und die Steubing AG. Auch die Interessengemeinschaft Frankfurter Geldinstitute, die Handwerkskammer Rhein-Main und die Industrie- und Handelskammer Frankfurt haben sich an der Finanzierung beteiligt.

Die Autoren der Studie haben fünf Themenschwerpunkte, für die sie jeweils Thesen formulieren. Zum Fokus "Lebensqualität" etwa ist zu lesen, dass mehr preiswerter Wohnraum für Familien geschaffen werden müsse. Auch unkonventionelles Wohnen, etwa Mehr-Generationen-Häuser oder Atelierwohnungen, sollte gefördert werden. Anhand von Modellquartieren wie der Heinrich-Lübke-Siedlung in Praunheim könne gezeigt werden, wie ökologische, soziale, technische, wirtschaftliche und gestalterische Neuerungen miteinander verbunden werden könnten. Zusätzlicher Wohnraum solle vor allem durch Verdichtung vorhandener Quartiere geschaffen werden.
Der öffentliche Raum sei aufzuwerten, etwa durch ein besseres Fußwegenetz in der Innenstadt oder durch "Shared Space" in den Stadtteilen, also die gemeinsame Nutzung des Straßenraums durch Autofahrer, Fußgänger und Benutzer anderer Verkehrsmittel.
Es sei ratsam, die Mobilität verträglicher zu gestalten: Die Stadt sollte ihr Fahrradwegenetz ausbauen und die Regionaltangente West vorantreiben. Zudem sei dafür zu sorgen, dass der Grüngürtel stärker in die Stadt hineingezogen werde. Trotz der vielen Grünflächen werde Frankfurt derzeit nicht als grüne Stadt wahrgenommen.

Eine Kurzfassung der Studie steht im Internet unter www.frankfurt-fuer-alle.de
Quelle: Matthias Alexander, F.A.Z., 02. Februar 2009


Zurück in die Stadt!

Die (Wohn-)Suburbanisierung prägte in den vergangenen Jahrzehnten die Siedlungsentwicklung in der Bundesrepublik Deutschland. Insbesondere Familien galten als treibende Kraft hinter diesem Prozess. Raus ins Grüne, hieß die Devise, in deren Folge immer mehr Baugebiete ausgewiesen wurden. Heute geht der Trend wieder zurück in die Stadt. Denn das Wohnen im Umland ist mit weiten Wegen verbunden und diese werden immer teurer. Steigende Rohstoffpreise und der Abbau staatlicher Subventionen für Pendler führen dazu, dass das Landleben nicht nur mit zeitlichem Aufwand für Fahrten verbunden ist, sondern auch mit steigenden Ausgaben. Der Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) hat auf Basis einer aktuellen Fallstudienuntersuchung des Deutschen Instituts für Urbanistik zum Wohnen in der Innenstadt wesentliche Gründe zusammen getragen, die die Renaissance des Wohnstandortes Stadt begründen.

Mehr unter: http://www.nabu.de/themen/siedlungsentwicklung/impressum/10356.html


Am Vorsorgeprinzip ausgerichtete Umweltpolitik dient allen

Klimawandel, Feinstaub, Gift in Kinderspielzeug .... Tatsache ist, dass unsere Lebens- und Produktionsweise, unsere uneingeschränkte Mobilität und unser enormer Energiekonsum nicht ohne Wirkung auf die Umwelt und damit auch auf unsere Gesundheit geblieben sind.

Gemeinsam mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) organisierte das Bundesumweltministerium (BMU) am 11. November 2008 in Berlin die Konferenz "Soziale Dimension von Umwelt und Gesundheit - Perspektiven für gesunde Arbeits- und Lebenswelten" mit dem Ziel, Anstöße für neue Initiativen im Rahmen des betriebsbezogenen Gesundheitsschutzes zu geben.

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel: "Jede Erkrankung, die vermieden wird, erspart nicht nur persönliches Leid, sondern auch Geld. Es muss darum gehen, den gesundheitlichen Nutzen der Umweltpolitik stärker als bisher in den Vordergrund zu stellen." Dietmar Hexel, für Energie und Umwelt zuständiger Vorstand beim DGB sagte: "Präventiver Gesundheitsschutz, weniger Stress und weniger Umweltgifte bei der Produktion von Gütern nützen den Arbeitnehmern wie den Verbrauchern. Die ökologische, soziale und ökonomische Globalkrise zwingt Arbeitnehmer, sich stärker in die Gestaltung der Arbeits- und Produktionsbedingungen einzumischen. Eine gesunde Umwelt und die Gesundheit am Arbeitsplatz haben deshalb auch aus Gründen der sozialen Gerechtigkeit Vorrang."

Quelle: http://www.bmu.de/gesundheit/und/umwelt/aktuell/3796.php

Mehr zum Wohlbefinden am Arbeitsplatz steht auch auf: www.plants-for-people.de


Wo Gebäude fallen ... wachsen Eichen
Internationale Bauausstellung Stadtumbau Sachsen-Anhalt 2010

Sachsen-Anhalt will mit der Internationalen Bauausstellung (IBA) "Stadtumbau Sachsen-Anhalt 2010" die beteiligten Kommunen im Prozess des Stadtumbaus unterstützen. Über herkömmliche, an der stadträumlichen Entwicklung orientierte Konzepte hinaus ist eine Schärfung des wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Profils der beteiligten Städte erforderlich. Ziel der IBA Stadtumbau 2010 ist es, die Entwicklung solcher Profile mit geeigneten Projekten vor Ort voranzubringen. Derzeit sind 19 IBA-Städte nominiert. Alle haben sich ein spezifisches Profil erarbeitet, das auf die Stärkung und Nutzung ihrer wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Potenziale setzt und als Leitlinie für eine baulich-räumliche Entwicklung dienen kann.

Zum Beispiel Dessau-Roßlau: Das IBA-Thema Dessau-Roßlaus "Stadtinseln - urbane Kerne und landschaftliche Zonen" steht für ein radikales Konzept zum Umbau der Stadt. Die Stadt Dessau-Roßlau will im Rahmen der IBA Stadtumbau 2010 ihren Schrumpfungsprozess so lenken, dass sie ihre leistungs- und zukunftsfähigsten Quartiere als Stadtinseln zwischen gestalteten Landschaftszügen bewahrt, stabilisiert und stärkt. Auf diese Weise wird ein Stück Natur in die Stadt geholt - genau dorthin, wo städtische Gebiete als solche nicht mehr funktionieren und brach liegen. Einige dieser Flächen werden von Bewohnern der Stadt, so genannten "Akteuren und Paten", betreut und repräsentieren damit neue Formen einer bürgerschaftlichen Aneignung von Stadtumbaulandschaften. Zugleich werden innovative Pflegekonzepte und damit eine neue Ästhetik der urbanen Landschaft in Anlehnung an das Gartenreich erprobt.

Mehr unter: http://www.iba-stadtumbau.de/index.php?iba-2010-de


Norman Foster: Wir brauchen Hochhäuser

Norman Foster, einer der erfolgreichsten und bekanntesten Architekten der Welt, sagt in der ZEIT eine einschneidende Veränderung unserer Städte voraus. Das Ende des Öl-Zeitalters werde die Menschen dazu zwingen, neue, Energie schonende Lebensweisen zu entwickeln. Die autogerechte Stadt habe sich überlebt.
In einem Gespräch mit der ZEIT sagt Foster: "Das Auto hat unsere Städte komplett verändert, plötzlich konnte man weit draußen wohnen, und die Landschaft wurde zersiedelt. Aber das Auto wird an Bedeutung verlieren, wir müssen wegkommen vom Öl, wegkommen von Transportmitteln, die dem Klima schaden. Und das heißt in der Konsequenz: Unsere Städte werden sich wiederum verändern. Wir erleben gerade einen Epochenwechsel." In Zukunft komme alles darauf an, Alternativen zum Auto anzubieten. "Nur so können wir unser Ziel erreichen: eine Stadt, die ihren eigenen Strom, ihr eigenes Wasser produziert und ohne fossile Brennstoffe auskommt." Bislang allerdings verlaufe die Umstellung im Westen viel zu langsam; das Denken in Europa und den USA sei "furchtbar lahm."
Foster: "Ein Hochhaus ist wie ein kleines Stadtquartier, mit allem, was dazugehört, mit Wohnungen, Hotels, Büros, einem Kino und Läden und Gärten. Nur ist es eben ein vertikales Stadtquartier. Wir brauchen Dichte, wir brauchen Hochhäuser, die ein grünes, menschenfreundliches Leben in der Höhe ermöglichen."

Quelle: DIE ZEIT Nr. 35, 21. August 2008, S. 44-45


Stadtwohnung statt Eigenheim

Deutschlands Kommunen müssen bei der Ausweisung von Baulandflächen umdenken, fordert Thomas Holzmann, Vizepräsident des Umweltbundesamtes (UBA). "Raus aus der Fläche, zurück in die Zentren", lautet die Devise. Statt Ackerland in Bauland umzuwandeln, sollten Stadtbrachen für die Wohnbebauung genutzt werden. Holzmann: "In einer alternden Gesellschaft mit immer weniger Menschen ist Kosten sparendes Wohnen in kompakten Siedlungen das Modell der Zukunft." Der Anteil der älteren Bevölkerungsschichten werde in den kommenden Jahren stark steigen, prognostiziert das Statistische Bundesamt. Aktuell sind rund 31 Millionen Menschen in Deutschland - etwa 38 Prozent der Gesamtbevölkerung - älter als 50 Jahre. Im Jahr 2020 soll die Zahl der Angehörigen dieser Altersgruppe bereits 38 Millionen Menschen betragen. Das wären dann 46 Prozent der Gesamtbevölkerung.
Bereits seit Jahren nimmt der Flächenverbrauch in Deutschland kontinuierlich ab. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes und des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung wurden von 1997 bis 2000 im Schnitt noch 78 Hektar pro Tag für neue Wohn- und Gewerbeimmobilien versiegelt. In den folgenden vier Jahren waren es nur noch 59 Hektar pro Tag, 2005 lediglich noch 50 Hektar. Doch für UBA-Vize Holzmann ist das noch zu viel: "Kommunen müssen die Ausweisung von Neubaugebieten auf den tatsächlichen Bedarf beschränken." Innerhalb der Siedlungsgebiete lägen in Deutschland rund 180.000 Hektar brach, sagt Holzmann. Auch nach dem Willen der Umweltminister von Bund und Ländern soll deutlich weniger Natur in Wohngebiete, Gewerbeflächen und Straßen umgewandelt werden als bisher. Auf ihrer Konferenz in Nettetal am Niederrhein beschlossen sie am 16. November 2007, den Flächenverbrauch bis zum Jahr 2020 um fast 75 Prozent auf 30 Hektar am Tag zu verringern. Dass dies auch Konsequenzen für die Versorgung der Bevölkerung mit öffentlichen Grünflächen hat, liegt auf der Hand. In der vom Bundeskabinett am 7. November 2007 auf Vorschlag von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel beschlossenen Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt ist u.a. das Ziel enthalten, bis zum Jahr 2020 in den Städten öffentlich zugängliches Grün für alle fußläufig zur Verfügung zu stellen.

Mehr unter:

http://www.welt.de/welt_print/arti2290963/Stadtwohnung_statt_Eigenheim.html
http://www.nationale-stadtentwicklungspolitik.de
http://www.bmu.de/pressemitteilungen/aktuelle_pressemitteilungen/pm/40337.php


Urban Farming: Landwirtschaft kehrt in die Stadt zurück

Nicht der perfekte Golfrasen, sondern das eigene Kohlrabi-Feld vor dem Haus entwickelt sich in einigen US-Vorstädten zum Statussymbol. Das kleine Gemüsebeet beeindruckt niemanden mehr, Die so genannten Urban Farmer reißen ihren gesamten Garten auf und bauen auf dem Grund Tomaten, Knoblauch oder Karotten an. Dabei geht es den Hobby-Landwirten nicht nur um die Selbstversorgung: Die meisten verkaufen Teile der Ernte an Nachbarn oder lokale Restaurants. Ein gut gepflegter Acker hinterm Haus bringt so bis zu 20.000 Dollar Umsatz pro Jahr ein. Spezialisierte Dienstleister wie Spin-Farming bieten bereits Seminare für Einsteiger an ( www.spinfarming.com ).
Die meisten Stadtväter stehen Urban Farming allerdings skeptisch gegenüber. Denn: Die Äcker sind vor allem nach der Ernte unansehnlich und drücken den Wert von angrenzenden Immobilien.

Mehr unter:
http://www.dott07.com/go/urbanfarming
http://www.urbanfarming.org/


Gemeinsam für mehr Grün

Auf die Bedeutung der Städte für die biologische Vielfalt hat am 21. Mai 2008 die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Astrid Klug, aufmerksam gemacht. "Wir müssen vor allem die Menschen in den Städten für die Erhaltung der biologischen Vielfalt gewinnen, da wir ohne sie kaum erfolgreich sein werden", sagte Klug zur Eröffnung der Fachkonferenz "urban biodiversity and design" in Erfurt.

Mehr als die Hälfte der Menschheit lebt mittlerweile in Städten und Ballungsräumen. Diese bedecken zwar weniger als drei Prozent Erdoberfläche, dort findet jedoch 75 Prozent des Verbrauches an natürlichen Ressourcen statt. "Wenn wir den Verlust der biologischen Vielfalt stoppen wollen, dann müssen wir also auch die städtischen Ballungsräume mit in die Gesamtstrategie aufnehmen. Dabei müssen wir die beiden Seiten der Medaille betrachten: Einerseits die Risiken, die das Wachstum der Städte für die biologische Vielfalt mit sich bringt, andererseits die Potenziale, die sich im städtischen Kontext für die Erhaltung ergeben", sagte Klug.

In Deutschland leben etwa 80 Prozent der Menschen in Ballungsräumen. Dabei zeigen jedoch nicht alle Städte Wachstum, sondern in einigen Regionen sind durchaus auch Schrumpfungsprozesse zu verzeichnen. "Schrumpfungsprozesse bieten die Möglichkeit, freiwerdende Flächen als Lebensraum der Natur zurückzugeben und dadurch zur Erhaltung der biologischen Vielfalt beizutragen. Gleichzeitig wissen wir um die Probleme, die das anhaltende Städtewachstum weltweit nicht nur für die Erhaltung von Tier- und Pflanzenarten mit sich bringt. Deshalb gehören die Chancen und Risiken, die mit der zukünftigen Entwicklung der Städte verbunden sind, auf die Tagesordnung der internationalen Verhandlungen der Vertragsstaaten des Übereinkommens über die biologische Vielfalt", sagte Klug.

Am Dienstag, 27. Mai 2008, 11.00 bis 12.00 Uhr werden im Forenzelt 2 auf der Begleitausstellung der Bonner UN-Biodiversitätskonferenz Das Grün in der Stadt als Voraussetzung von Biodiversität diskutiert.

Mehr unter:

http://www.plaza-der-vielfalt.de/1278.html
http://www.plaza-der-vielfalt.de/media.pdf


Zweiter Bundeskongress zur Nationalen Stadtentwicklungspolitik in München

Der Bundesbauminister hat am 21. April 2008 in München die Politik einer nationalen Stadtentwicklung vorgestellt. "Unser gemeinsames Ziel ist es, dass sich Bürger, Unternehmen und Verwaltung gemeinsam für die Stadt und die Region engagieren, dass Bund, Länder und Gemeinden noch mehr an einem Strang ziehen", so Tiefensee. Mit der Nationalen Stadtentwicklungspolitik haben sich erstmals die für Stadtpolitik Verantwortlichen bei Bund, Ländern und Gemeinden zu einem Kreis zusammengeschlossen. "Die drei Hauptziele der Nationalen Stadtentwicklungspolitik sind die Wettbewerbsfähigkeit der Städte sicher zu stellen, die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse in allen Landesteilen aufrecht zu erhalten und durch ökologische Stadterneuerung einen Beitrag zur Klima- und Energiepolitik zu leisten", erläuterte Tiefensee. Die Bauministerkonferenz der Länder, der Deutsche Städtetag und der Deutsche Städte- und Gemeindebund sind Veranstaltungspartner des Kongresses.

Der Präsident des Deutschen Städtetages, Münchens Oberbürgermeister Christian Ude sagte: "Es ist gut, dass die Herausforderungen, die seit Generationen in den Städten und von den Städten gemeistert werden, jetzt auch den Bund und die Länder erreichen. Diese Entdeckung der wichtigen Rolle der Kommunalpolitik muss zur finanziellen und rechtlichen Stärkung der Regionen führen, damit sie auch den steigenden Herausforderungen der Zukunft gewachsen sind. Die Probleme liegen auf der Hand: Wir werden immer älter, aber auch bunter - Stichwort demografischer Wandel und Migration. Außerdem driften prosperierende Zentren und schrumpfende Regionen immer mehr auseinander, ebenso wie arm und reich. Wir müssen also auf allen politischen Ebenen künftig viel mehr tun, um die Gesellschaft kinderfreundlicher zu gestalten, die Integration in den Städten zu fördern und den sozialen Zusammenhalt zu gewährleisten." Der Präsident des Städte- und Gemeindebundes, Bautzens Oberbürgermeister Christian Schramm sagte: "Stadtentwicklung geht alle an. Die große Beteiligung gerade der Klein- und Mittelstädte an dieser Initiative zeigt, dass gute Ideen auch aus diesen Städten kommen. Die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Bürgerinnen und Bürgern, der Wirtschaft und den Nachbarkommunen ist in den kleineren Gemeinden sehr kreativ und ausgeprägt." Auf dem zweiten Bundeskongress diskutierten über 800 Teilnehmer die Ergebnisse der rund 45 im Rahmen der 2007 gestarteten Bundesinitiative laufenden Modellprojekte. Die Projekte waren aus über 300 Vorschlägen nach dem ersten Kongress 2007 ausgewählt worden. Der Bund trägt rund 50 Prozent der Projektkosten.

Projektvorschläge für die zweite Förderrunde können bis zum 30.6.2008 eingereicht werden. Der Projektaufruf richtet sich an Kommunen, Verbände, Vereine und andere Initiativen für die Stadt. Die Projekte sollten in einen oder mehrere der fünf Schwerpunktthemen der Nationalen Stadtentwicklungspolitik passen: "Bürger für ihre Stadt aktivieren - Zivilgesellschaft", "Chancen schaffen und Zusammenhalt bewahren - Soziale Stadt", "Die Stadt von morgen bauen - Klimaschutz und globale Verantwortung", "Städte besser gestalten - Baukultur" und "Die Zukunft der Stadt ist die Region - Regionalisierung".

Weitere Informationen unter:
http://www.nationale-stadtentwicklungspolitik.de


"Die schrumpfende Stadt ist im Westen angekommen"

Duisburg-Bruckhausen gilt vor Ort als der Inbegriff eines benachteiligten Stadtteils. Eingezwängt zwischen dem Thyssen-Krupp-Stahlwerk, den Strängen der Werksbahn und der Autobahn hat das einstige Arbeiterquartier immer mehr an Anziehungskraft verloren. Das soll sich ändern, denn am Montag, 10. Dezember 2007 hat der Duisburger Stadtrat beschlossen: Zwischen das Thyssen-Krupp-Stahlwerk und die Wohnbebauung wird eine grüne Schneise gezogen. Der neue Grüngürtel soll eine natürliche Sperre für Feinstaub, Lärm und den Anblick des Werkes bilden. Etwa 210 Wohnhäuser sollen dafür abgerissen und Bäume sowie Sträucher gepflanzt werden.
Das ist nicht umsonst zu haben: 71,8 Millionen Euro in acht bis zehn Jahren sind zunächst dafür veranschlagt. Das Land, die EU, Thyssen-Krupp und die Stadt beteiligen sich an der Finanzierung - laut Plan stehen allein 31,7 Millionen Euro für den Kauf und Abriss der Häuser, 11,9 Millionen für Sozialplan und Gewerbeverlagerung und 8,2 Millionen für den Landschaftsbau zur Verfügung. Insgesamt soll ein Grüngürtel von fünf Kilometern Länge entstehen, der vom Rhein im Westen bis in den Osten der Stadt reicht. Das Vorhaben ergänzt die Bemühungen Duisburgs, den Strukturwandel voranzutreiben und ein neues Image zu gewinnen.

Mehr unter:
http://www.duisburg.de/micro/ggn/102010100000177773.php
http://www.duisburg.de/micro/duigruen/_index.php


Flächenverbrauch in D und GB: Weniger Natur bebauen!

In Deutschland soll nach dem Willen der Umweltminister von Bund und Ländern deutlich weniger Natur in Wohngebiete, Gewerbeflächen und Straßen umgewandelt werden als bisher. Auf ihrer Konferenz in Nettetal am Niederrhein beschlossen sie am 16. November 2007, den Flächenverbrauch bis zum Jahr 2020 um fast 75 Prozent auf 30 Hektar am Tag zu verringern.
Derzeit werden nach Angaben des Vorsitzenden der Konferenz, Nordrhein-Westfalens Umweltminister Eckhard Uhlenberg (CDU), in Deutschland pro Tag 115 Hektar Freifläche versiegelt. Das entspricht etwa der Fläche von 15 000 Fußballfeldern. Den Flächenverbrauch zu senken, sei ein "mühseliger Kampf", sagte Uhlenberg weiter. In Nordrhein-Westfalen soll nach seinem Willen der Flächenverbrauch von derzeit 15 Hektar auf fünf Hektar verringert werden.
Der Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Matthias Machnig, sagte, Deutschland habe auf diesem Gebiet "erheblichen Nachholbedarf". Das Problem könne aber nicht allein mit dem Umweltrecht gelöst werden. Auch die Wirtschaftsminister müssten mitziehen. Nach dem Willen der Umweltminister soll der Vorrang der so genannten Innenentwicklung in das Raumordnungsgesetz des Bundes aufgenommen werden. Damit soll erreicht werden, dass neue Wohn- oder Gewerbegebiete vorrangig auf schon vorher bebauten Flächen ausgewiesen werden.

In Großbritannien hat sich in jüngster Zeit die Denkmalpflegeorganisation National Trust verstärkt diesem Thema gewidmet: Man will künftig mehr unternehmen, um Natur und Landschaft vor der Bebauung zu bewahren. Der National Trust ist mit 1.100 Kilometer Küstenlinie und 250.000 Hektar Agrarland der größte Grundbesitzer Britanniens und eine bedeutende Institution. Mit der aktuellen Bevorzugung von Grüngürteln richtet sich der National Trust gegen die Absicht der Regierung, bis zum Jahr 2020 drei Millionen neue Häuser zu bauen - sowie gegen die vom Staat gutgeheißene Expansion von Flughäfen und Industriegeländen.

Weitere Information unter:
http://www.welt.de/welt_print/article1372485/Umweltminist
er_wollen_Natur_weniger_bebauen.htm
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saving_the_countryside
http://news.bbc.co.uk/1/hi/uk/7076256.stm


Bundeskabinett beschließt Strategie zur biologischen Vielfalt

Das Bundeskabinett hat am 7. November 2007 auf Vorschlag von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel die nationale Strategie zur biologischen Vielfalt beschlossen. "Damit verfügt Deutschland erstmals über ein umfassendes und anspruchsvolles Programm zur Erhaltung von Arten und Lebensräumen", sagte Gabriel. Ziel ist die Umsetzung des UN-Übereinkommens über die biologische Vielfalt auf nationaler Ebene.
"Die nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt ist eine Verpflichtung für uns alle: die jetzige und auch zukünftige Bundesregierungen, die Länderregierungen und Kommunen, aber auch Wirtschaft und Gesellschaft. Denn nur gemeinsam wird es uns gelingen, dass auch zukünftige Generationen sich über den Reichtum der Natur freuen und ihn nutzen können", sagte der Bundesumweltminister. Die Strategie enthält einen Katalog von rund 330 konkreten Zielen und rund 430 Maßnahmen in den verschiedensten Bereichen des Naturschutzes, der nachhaltigen Naturnutzung und der Entwicklungszusammenarbeit.
Die Strategie beinhaltet z.B. Lösungsansätze für folgende Grundsatzfragen:
Wie können in einer Industriegesellschaft Schutz und Nutzung der biologischen Vielfalt gestaltet werden? Wie kann die Vielfalt der Arten und Lebensräume erhalten und das gesellschaftliche und wirtschaftliche Interesse an einer angemessenen Nutzung realisiert werden?
Auch die Lebensqualität für Stadtbewohner soll verbessert werden: Bis zum Jahr 2020 soll in den Städten öffentlich zugängliches Grün für alle fußläufig zur Verfügung stehen.

Weitere Informationen unter:

bundesregierung-beschliesst-strategie-zur-biologischen-vielfalt
http://www.bmu.de/pressemitteilungen/aktuelle_pressemitteilungen/pm/40337.php


Mehr als die Hälfte sind Städter

"Im Jahr 2008 wird die Welt einen zwar unsichtbaren, aber bedeutenden Meilenstein erreichen: Zum ersten Mal in der Geschichte wird mehr als die Hälfte der Menschheit - 3,3 Milliarden Menschen - in städtischen Gebieten leben." So beginnt der Weltbevölkerungsbericht 2007 der UNFPA, des 1969 gegründeten Weltbevölkerungsfonds der Vereinten Nationen. Die deutsche Fassung des Berichts wurde am 27. Juni 2007 in Berlin gemeinsam von Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul und der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW) vorgestellt. Bis zum Jahr 2030, so der Bericht, werden weltweit drei von fünf Menschen in Städten wohnen. Die Stadtbevölkerung wächst zurzeit mit einer Rate von 1,8 Prozent, während das Weltbevölkerungswachstum insgesamt "nur" ein Prozent beträgt.
Den höchsten Verstädterungsgrad haben die Industrieländer, in denen 2030 sogar vier von fünf Einwohnern in Städten leben werden. Am schnellsten wachsen jedoch die Städte in den Entwicklungsländern.
Der UNFPA schlägt als Handlungsansatz für die Politik u.a. vor, ein staatenübergreifendes Programm für die Zukunft der Städte auszuarbeiten.

Mehr unter: http://www.dsw-online.de/


Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee: Renaissance der Innenstädte geht voran

Die europäischen Bauminister haben am 24. Mai 2007 bei ihrem informellen EU-Treffen die "Leipzig-Charta" unterzeichnet. Mit der Charta werden die Innenstädte gestärkt. Der deutsche EU-Ratspräsident Wolfgang Tiefensee erklärte dazu in Leipzig:

"Wohnen in der Stadt wird zunehmend beliebt. Das ist eine gute Entwicklung, die wir weiter stärken müssen. Die Familien kehren vom Stadtrand und der grünen Wiese in die Innenstädte zurück. Urbanität wird zum Gütesiegel. Industrielle Flächen werden neu genutzt. Wohnen und Arbeiten auf ehemaligen Industriebrachen wird attraktiv. Kurzum:
Europas Städte erleben derzeit eine Renaissance. Es ist Aufgabe der Politik, diese Renaissance durch eine neue Phase der Stadtentwicklung zu gestalten. Mit der "Leipzig Charta" haben sich erstmals die 27 für Stadtentwicklung zuständigen Minister der EU-Mitgliedstaaten auf gemeinsame Grundsätze und Strategien für die Stadtentwicklungspolitik geeinigt. Wir wollen Grundlagen für eine neue Stadtpolitik in Europa schaffen. Deshalb brauchen wir ein Modell der integrierten Stadtentwicklung. Es muss Bürgerbeteiligung in der Stadtplanung genauso berücksichtigen wie eine bessere Koordinierung öffentlicher und privater Investitionen für und in Städten", sagte Tiefensee als amtierender EU-Ratspräsident.

"Wir müssen vor allem die Innenstädte weiter stärken. In Europa sind Städte die Motoren gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Entwicklung. Deswegen muss die Stadtentwicklung in der europäischen Politik künftig eine wichtigere Rolle spielen. Hier entscheidet sich nicht nur, ob die Menschen in einem guten sozialen Umfeld leben, hier wird europäische Integration für die Menschen erlebbar."

Die "Leipzig Charta" schaffe Grundlagen für eine neue Stadtpolitik in Europa und formuliere die Idee der Europäischen Stadt neu. "Mehr als 60 Prozent der europäischen Bevölkerung lebt in städtischen Gebieten mit mehr als 50.000 Einwohnern. Die Mitgliedstaaten der EU müssen jetzt handeln, um die Auswirkungen des demographischen Wandels, des Klimawandels und des globalen ökonomischen Strukturwandels in den Städten bewältigen zu können. Wir müssen gemeinsam etwas gegen Einseitigkeit und Monotonie in den Städten tun. Die Zeiten einzeln optimierter Wohn- und Geschäftsviertel, überdimensionierter Einkaufszentren und großen Verkehrsflächen sind vorbei. Wohnen, Arbeiten und Freizeit müssen sich in den Städten wieder stärker miteinander vermischen. Dadurch können Städte spannender, lebendiger und sozial stabiler werden. Die inzwischen fast überall erkennbare Renaissance der Stadtkerne muss durch klug vernetzte öffentliche und private Projekte weiter unterstützt werden", so Tiefensee.

Weitere Informationen:

http://www.bmvbs.de/EU-Ratspraesidentschaft/Termine-,
2623.970765/Informelles-Ministertreffen-zu.htm


Alle Informationen zum Informellen Ministertreffen in Leipzig

http://www.eu2007.de/


Mehr Grün in Madrid: Autofahren unterm Fluss

(IdgS) Endlich wieder am Ufer des Manzanares in Madrid spazieren gehen

und die Stille genießen - das ist jetzt möglich in Spaniens Hauptstadt. Die
lärmenden Autos wurden nach zweieinhalbjähriger Bauzeit auf das
unterirdische 56-Kilometer-Autobahnnetz verbannt. [...]

Link zur vollständigen Meldung bei tagesschau.de:

http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID6716398,00.html

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