Gesundheit

 

Psyche: Schon fünf Minuten im Grünen heben Stimmung


Eine gute Nachricht für gestresste Menschen mit wenig Zeit: Bereits fünf Minuten körperliche Aktivität im Grünen verbessern Stimmung und Selbstwertgefühl deutlich. Nach der Studienzusammenfassung englischer Forscher ist eine Steigerung des Selbstwerts durch Naturerfahrung besonders hoch bei jüngeren Leuten und psychisch angegriffenen Menschen. Erhöht wird der positive Effekt von Aktivitäten im Grünen, zu denen etwa Spaziergänge im Park und Gartenarbeit gehören, noch durch eine Umgebung mit Wasser. Die Resultate zeigen die große Bedeutung von Parks und Bäumen in Städten und in der Umgebung von Unternehmen. Begrünte Erholungszonen müssten deshalb auch von Stadtplanern und Politikern berücksichtigt werden, fordern Joe Barton und Jules Pretty von der University of Essex in Colchester im Fachmagazin «Environmental Science and Technology».


Quelle: http://www.netdoktor.de/News/Psyche-Schon-fuenf-Minuten-1132753.html


Mehr unter: http://pubs.acs.org/doi/full/10.1021/es101129n


Zurück zur Natur: Grünes in Wohnortnähe hält gesund

Wer neben einem Park oder einem Wald wohnt, kann sich glücklich schätzen: Grünflächen in Wohnortnähe fördern die geistige und körperliche Gesundheit, haben dänische Forscher entdeckt. Wer beispielsweise nur einen Kilometer vom nächsten Wald entfernt lebt, hat seltener mit Ängsten oder Depressionen zu kämpfen. Bereits frühere Studien hatten auf den positiven Gesundheitseffekt von Mutter Natur hingedeutet; in vielen Fällen basierten die Ergebnisse jedoch auf der persönlichen Einschätzung der Teilnehmer. Für die aktuelle Untersuchung jedoch wurden Gesundheitsdaten von mehr als 345.000 Holländern ausgewertet. Das Forscherteam um Jolanda Maas vom EMGO Institute VU University Medical Center (Niederlande) berichtet über die gewonnenen Erkenntnisse im Fachmagazin "Journal of Epidemiology and Community Health".

Die Wissenschaftler hatten die Daten der Studienteilnehmer im Hinblick auf 24 unterschiedliche Krankheitsbilder analysiert, darunter Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Atemwegsprobleme und neurologische Störungen. Außerdem untersuchten sie, wie viele Grünflächen es in einem sowie in drei Kilometern Entfernung vom Wohnort der einzelnen Teilnehmer gab. Die Ergebnisse: Bei Menschen, die in einem städtischen Umfeld mit wenigen Grünflächen lebten, kamen die meisten der untersuchten Krankheitsbilder viel häufiger vor, darunter vor allem Angsterkrankungen und Depressionen. So litten etwa in Gebieten, wo der Grünzonen-Anteil nur 10 Prozent betrug, 2,6 Prozent der Anwohner an einer Angststörung - in Gegenden mit 90 Prozent Natur lag die Quote bei lediglich 1,8 Prozent.

Bei den meisten Erkrankungen war der gesundheitsfördernde Einfluss von Grünanlagen nur dann erkennbar, wenn diese maximal einen Kilometer vom Wohnort eines Teilnehmers entfernt lagen. In einigen Fällen wie Angststörungen und Verdauungsproblemen allerdings hatte die Natur auch noch aus drei Kilometern Distanz eine positive Wirkung. Zudem fanden Maas und ihre Kollegen heraus, dass Kinder und ärmere Menschen überdurchschnittlich stark unter einem Mangel an Natur in ihrem Umfeld litten.

Für die gefundenen Zusammenhänge gibt es nach Ansicht von Experten verschiedene mögliche Erklärungen: Mehr Grünflächen bedeuten etwa mehr natürliches Sonnenlicht und dieses kann unter anderem einer Winterdepression (saisonal-affektiven Störung) vorbeugen. Licht kurbelt außerdem die Vitamin-D-Produktion in der Haut an, was die Stimmung hebt und die Muskelkraft fördert. Darüber hinaus bieten Parks und Wälder viel gesunde, frische Luft, die Möglichkeit für Sport im Freien und sie helfen beim Stressabbau. "Die Ergebnisse der dänischen Studie haben Auswirkungen nicht nur auf die Städteplanung, sondern auch die Architektur und Innenarchitektur", glaubt Richard Ryan von der University of Rochester. Aber wie groß der Gesundheitseffekt ist, den etwa eine Grünanlage in der Stadt ausübt, hänge auch davon ab, ob diese überhaupt wahrgenommen werde. Wenn jemand das Stück Natur gar nicht beachte, wird es ihm auch nicht viel Gutes tun, ist der Professor überzeugt.

Quelle: http://www.netdoktor.de/News/Zurueck-zur-Natur-Gruenes-i-1131599.html


4. Grünberger Gartentherapietage

Unter dem Titel "Auf dem Weg" finden vom 18.09. - 20.09.2009 in Grünberg (Hessen) die 4. Grünberger Gartentherapietage statt. Es geht darum, wie sich das erfolgreich auf den Weg gebrachte Modell der Gartentherapie und der therapeutischen Gärten inhaltlich weiterentwickeln lässt.

Den Eröffnungsvortrag hält Frau Prof. Dr. med. Claudia Hornberg von der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld zum Thema: "Grüne Räume - Zur Wiederentdeckung einer Gesundheitsressource." In diesem Vortrag soll der Bogen geschlagen werden von der grundsätzlichen gesundheitlichen Bedeutung von Grün zu den daraus resultierenden Implikationen für den Gesundheitssektor. Welches ist die Bedeutung von Grün in der Stadtentwicklung, der Bewegungsförderung oder im Umgang mit Kindern, älteren Menschen und Menschen mit Behinderungen? Der zweite Seminartag beginnt mit einem internationalen Beitrag: Nancy Chambers, MSW, HTR, Glass Garden Rusk Institute New York spricht über "Restorative/Healing Gardens: Die Verbindung von Gartendesign mit Gesundheit und Wellness." Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Vorträge und Workshops.

Das vollständige Programm steht unter: http://die-gruene-stadt.de/veranstaltungen.htm


Online-Anmeldung unter:
http://gruenberg.bildungsserveragrar.de/index.php?detail_id=4863


Neue TÜV-Studie: Deutschlands Spielplätze - Lebensgefahr für Kinder


Im Auftrag von BILD der FRAU hat der TÜV Rheinland bundesweit Spielplätze auf deren Sicherheit für Kinder geprüft. Die Ergebnisse sind alarmierend: Auf fast allen Anlagen entdeckten die Experten schwere Wartungs- und Sicherheitsmängel. In 16 Fällen forderten die Sachverständigen sogar eine sofortige Sperrung der Spielgeräte, da für die Kinder Lebensgefahr bestand.
Von den 75 getesteten Anlagen in 15 deutschen Städten waren nur sechs einwandfrei. Auf 69 Spielplätzen entdeckten der TÜV Rheinland zum Teil verheerende Wartungs- und Sicherheitsmängel. Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen: "Das muss alle Verantwortlichen wachrütteln! Spätestens jetzt kann keiner mehr sagen, er habe nicht von der Gefahr gewusst."
Grundlage der Kontrollen war die EN-Norm 1176 (für Geräte ab 1998). Darin ist beschrieben, wie die einzelnen Spielgeräte auszusehen haben, wie sie befestigt und aufgebaut werden müssen. Als größte Gefahren machten die TÜV-Prüfer vier Punkte aus: Erstens Verschleiß und Fehlkonstruktionen bei Klettergerüsten, zweitens verfaultes Holz, rostiges Metall und vorstehende Schrauben, drittens riskante Rutschen und viertens spitze Steine und scharfkantige Mauern, die Spielplätze oft umranden.
BILD der FRAU stellt die detaillierten Ergebnisse der Tests ausführlich in Heft 24/09 (EVT: 5. Juni) vor. Zusätzlich wird unter www.bildderfrau.de eine Website eingerichtet, auf der es tagesaktuell Ratschläge und Reaktionen gibt. Zudem startet BILD der FRAU gemeinsam mit dem TÜV Rheinland und GALERIA Kaufhof die Mitmachaktion "Kinder entwerfen den Spielplatz der Zukunft", bei der Kinder aus Kindergärten ihren Traumspielplatz malen und basteln können. Eine Jury sucht anschließend den schönsten und sichersten Spielplatz aus, der dann auch gebaut wird.
2005 hat BILD der FRAU in Zusammenarbeit mit dem TÜV Rheinland zum ersten Mal 50 Spielplatz-Anlagen in ganz Deutschland auf ihre Sicherheit überprüft. Die Ergebnisse waren schon damals verheerend: Auf 49 Plätzen entdeckten die Experten tückische Unfall-Fallen, 15-mal erwirkten sie wegen Lebensgefahr für die Kinder die sofortige Sperrung. Die Aktion hatte damals bundesweit für Aufsehen gesorgt.

Bundesfamilienministerin Dr. Ursula von der Leyen ist von den Ergebnissen entsetzt. Sie fordert Kommunen auf, Spielplätze endlich "ganz nach oben auf die Liste der Verantwortung zu setzen": "Kinder haben einen natürlichen Bewegungsdrang. Sie wollen sich im Sandkasten austoben oder rennen um die Wette und strotzen dabei vor Kraft und Energie. Gerade in unseren Städten brauchen sie Freiräume, wo sie sich austoben können. Die Eltern müssen sich darauf verlassen können, dass Spielplätze und Freiflächen ebenso sicher sind wie Gehwege und Straßen."

Quelle: http://www.tuv.com/de/news_spielplatzstudie.html?lan=1

Mehr unter:
http://www.bildderfrau.de/rat-und-ideen/tipps-und-tricks

Tipp zum Mit-Diskutieren: www.spielplatz-ansichten.de


Naturschutz und Gesundheit

Eine intakte Natur mit einem leistungsfähigen Naturhaushalt ist für unsere Gesundheit unverzichtbar. Zur Eröffnung der Konferenz "Naturschutz und Gesundheit - Allianzen für mehr Lebensqualität" am 26. Mai 2009 in Bonn sagte der Staatssekretär im Bundesumweltministerium Matthias Machnig: "Eine konsequente und am Vorsorgeprinzip ausgerichtete Naturschutzpolitik dient uns allen. Sie schützt die Gesundheit und verhilft zu mehr Lebensqualität". Prävention soll Menschen zu einem gesunden Lebensstil motivieren. Die Natur bietet hierfür unterschiedliche Ansatzpunkte. Der Staatssekretär des Bundesgesundheitsministeriums Dr. Klaus Theo Schröder: "Die Bewegung in der Natur hat vielfältige positive Gesundheitseffekte. Das muss gerade auch denjenigen ermöglicht werden, die sonst einen weiten Weg in die Natur hätten. Deshalb müssen Naturräume besonders dort geschaffen werden, wo Menschen leben. Durch Grünanlagen, Spazierwege und Spielplätze wird Natur im Alltag erfahrbar."

Die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) Prof. Dr. Beate Jessel sagte: "Gesundheit ist viel mehr als die Abwesenheit von Krankheit. Sie umfasst seelisches, körperliches, geistiges und soziales Wohlbefinden. Gerade dafür aber sind eine intakte Natur und ansprechende Landschaften wichtig, wie sie durch den Naturschutz erhalten und entwickelt werden."

Das Thema "Naturschutz und Gesundheit" hat vielfältige Facetten, die es stärker in das allgemeine Bewusstsein zu rücken gilt: Neben den Grundleistungen sauberes Wasser, reine Luft und fruchtbare Böden für das Leben und die Gesundheit der Menschen erbringt die Natur eine ganze Reihe von weiteren Dienstleistungen, die für die Gesundheit bedeutsam sind. So beherbergt die Natur ein großes Potenzial an medizinisch wirksamen Rohstoffen. Auch im Hinblick auf den Klimawandel und die mit ihm verbundenen Risiken für die menschliche Gesundheit infolge von Wetterextremen ist die Sicherung von intakten und ausgleichend wirkenden Lebensräumen von großer Bedeutung. Weiterhin bilden Natur und Landschaft eine wichtige Grundlage für die Erholung und für gesundheitsfördernde Aktivitäten wie Spazierengehen, Wandern oder Rad fahren.

Die Konferenz wird vom Bundesumweltministerium und dem Bundesamt für Naturschutz in Kooperation mit dem Bundesgesundheitsministerium und der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld veranstaltet. Sie vermittelt vielfältige Informationen zu dem komplexen Thema "Naturschutz und Gesundheit", zeigt Anknüpfungspunkte für den Naturschutz bei der Gesundheitsvorsorge und -förderung auf und stellt gelungene Good-Practice-Beispiele vor. Ziel ist, den Erfahrungsaustausch der Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den Bereichen Gesundheit, Naturschutz, Sport und Tourismus und die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Fachdisziplinen und Institutionen zu fördern.

Mehr unter: www.bmu.de und www.bfn.de


Feinstaub im Gehirn


Eine Studie der WHO schätzte schon 2004, dass in ihren europäischen Mitgliedstaaten jährlich bis zu 13000 Todesfälle bei Kindern unter vier Jahren auf Feinstaub in der Außenluft zurückgehen. Nun belegt eine Pilotstudie im Fachblatt "Brain and Cognition" erstmals, dass Kinder, die in einer Stadt mit hoher Luftverschmutzung leben, Hirnschäden riskieren. Festgestellt wurden Entwicklungsanomalien vor allem im Vorderhirn. Diese Region ist nicht nur wichtig für soziales Verhalten und Emotionen, sondern auch für vorausschauendes Planen und Handeln. Hier löst der Geist Probleme, hier fällt er Entscheidungen. Wissenschaftler aus Mexiko und den USA haben 55 Kinder in der hoch belasteten Metropole Mexico City untersucht und mit sozial ähnlich gestellten Kindern verglichen, die in deutlich saubererer Luft lebten. Sie maßen mit Intelligenztests die geistigen Fähigkeiten und prüften die Hirne im Kernspintomografen. Kinder, die stark verschmutzte Luft atmeten, wiesen auffällig oft kognitive Störungen auf. Informationen verarbeiteten sie langsamer. Ihr Gedächtnis zeigte Lücken, und auch jene Funktionen waren beeinträchtigt, die für das Planen, das Lösen von Problemen und das Fällen von Entscheidungen wichtig sind. Parallel dazu fielen den Forschern in den Kernspinbildern Hirnveränderungen auf. Ein Großteil der Kinder, die in verschmutzter Luft aufwuchsen, wies Schäden in der weißen Hirnsubstanz und Gefäßveränderungen auf. Dass Luftverschmutzung nicht nur die physische, sondern möglicherweise auch die geistige Gesundheit gefährdet, bekräftigen weitere Untersuchungen aus den USA und Deutschland. Ulrich Ranft vom Institut für Umweltmedizinische Forschung an der Universität Düsseldorf gelangte zur "Hypothese, dass Langzeitbelastungen mit Feinstaub in der Atemluft ursächlich mit Alzheimererkrankungen einhergehen könnten". Aus diesem Grund untersuchten er und sein Team 149 Frauen im Durchschnittsalter von 71 Jahren, die seit mindestens 20 Jahren am selben Ort in Nordrhein-Westfalen gewohnt hatten - einem Ort mit hoher Feinstaubbelastung. Das vorläufige Resultat: Ranft fand seine Hypothese weitgehend bestätigt.

Quelle: Hans Schuh, DIE ZEIT, 19.Februar 2009

Der vollständige Text steht im Internet unter:

http://images.zeit.de/text/2009/09/Feinstaeube


Grün fördert die Gesundheit

Wissenschaftler zweier schottischer Universitäten haben herausgefunden, dass schon kleine Parks und vereinzelte Grünflächen im Wohnumfeld wesentlich zur Gesundheit der Bevölkerung beitragen. Besonders Herzkrankheiten und andere stressbezogene Erkrankungen werden durch eine begrünte Umgebung in der Stadt positiv beeinflusst. Die Wissenschaftler fordern daher, dass die kommunalen Verwaltungen mehr in Grünanlagen, und damit in die Volksgesundheit, investieren.

Die Untersuchung, in deren Verlauf die Wissenschaftler um Dr Richard Mitchell von der Glasgow University und Dr. Frank Popham von der University of St Andrews verschiedene Landesteile besuchten, macht deutlich, dass es so genannte Gesundheitsungerechtigkeiten gibt. Diese Ungerechtigkeiten stehen zumeist in direkter Relation zum Einkommen und dem sozialen Stand der Bevölkerung. In ärmeren Vierteln gibt es weniger Grün, dafür aber leiden die Menschen dort mehr unter Krankheiten und sie sterben sogar früher als die Einwohner der besser situierten Wohngegenden. Bei der Untersuchung begrünter Wohngebiete fanden die Forscher hingegen heraus, dass, ungeachtet der sozialen Schicht, diese Ungerechtigkeiten nicht anzutreffen sind. Die Menschen, die hier wohnen, sind gesünder und leben länger. Die Ergebnisse der schottischen Untersuchung werden von Dr. Terry Hartig vom Institut für Wohnen und Stadtentwicklung der Universität Uppsala (Schweden) bestätigt: "Die Studie liefert wertvolle Beweise dafür, dass grüne Lebensräume mehr sind als nur eine hübsche Gestaltung der Nachbarschaft. Sie haben tatsächlich einen positiven Effekt auf die Volksgesundheit - und das sollten Politiker und Gesundheitsbehörden sehr ernst nehmen."

Mehr unter: http://news.bbc.co.uk/2/hi/health/7714950.stm


Grün für Körper und Seele: Zur Wertschätzung und Nutzung von Stadtgrün durch die Bielefelder Bevölkerung

Boden, Wasser und Luft sind für Menschen unverzichtbar. Aber brauchen wir auch Grün? Ist der Anblick von Parks und freier Landschaft, der Aufenthalt darin, notwendig? Brauchen die Bewohner der Städte Stadtgrün für physisches und psychisches Wohlergehen? Spielt es eine Rolle bei der Wohnsitzwahl? Ist Stadtgrün ein entscheidender Faktor für die Attraktivität einer Stadt? Diesen Fragen ging 2002 eine interdisziplinär zusammengesetzte Arbeitsgruppe mit Vertretern und Vertreterinnen der Universität Bielefeld und der Verwaltung der Stadt Bielefeld nach, die sich im Rahmen der Initiative Bielefeld 2000plus gebildet hatte. Bielefeld 2000plus ist eine Initiative von Universität und Stadt Bielefeld mit dem Ziel, den Sachverstand der Universität für städtische und regionale Belange stärker nutzbar zu machen.

Der Arbeitskreis "Umwelt" hat in einer repräsentativen Umfrage die Einschätzung der "Grünsituation" bei Bürgern der Stadt ermittelt und Antworten auf folgende Fragen erhalten:
- Wie zufrieden ist die Bielefelder Bevölkerung mit der "Grünsituation" in ihrer Stadt?
- Wie steht es um die Erreichbarkeit von Grünanlagen, Parks und Landschaft?
- Wie werden diese Anlagen benutzt und welche Wirkungen hat die Natur auf den sie aufsuchenden Menschen?

Zielsetzung der Umfrage war es, nicht nur die grundsätzliche Einschätzung der Grünsituation in Bielefeld durch die Bevölkerung zu ermitteln, sondern auch genauere Informationen über Vorlieben und Nutzungsarten von verschiedenen Grünflächen, Parks und Landschaftsgebieten abzufragen. Dabei wurden auch demographische, soziale und wirtschaftliche Merkmale erfasst (z.B. Alter, Geschlecht, Familienstand, Einkommenshöhe, genauer Wohnort, etc.), um auf diese Weise gruppenspezifische Unterschiede zu ermitteln.

Die Studie mit Ergebnissen der Befragung und Kommentierung und eine Einschätzung der Bedeutung von Stadtgrün aus soziologischer und naturpsychologischer Perspektive steht im Internet unter:
http://www.uni-bielefeld.de/bi2000plus/dokumente/Gruen_37.pdf


NRW Veranstaltungstipp:
Donnerstag, 25. September 2008, Natur- und Umweltschutzakademie NRW
Fachtagung "Bedeutung von Stadtgrün für Gesundheit und Wohlbefinden"

Immer mehr Menschen leben weltweit in rasch wachsenden städtischen Räumen - einhergehend mit einer Vielzahl von Umweltbelastungen und psychosozialen Belastungsfaktoren. Diese gilt es einerseits zu reduzieren, andererseits aber auch (z.B. im Rahmen des Stadtumweltmanagements) gesundheitsförderliche Strukturen zu identifizieren bzw. ggf. aufzubauen. In diesem Zusammenhang wird international wie national zunehmend die Rolle von Stadtgrün als "salutogenem", d. h. gesundheitsförderndem Faktor diskutiert.
Ziel der Veranstaltung ist es, die gesundheitliche Bedeutung von Stadtgrün in ihrem Facettenreichtum zu beleuchten, zu diskutieren und Handlungsempfehlungen für Stadtplanung und Gesundheitswesen abzuleiten. Hierbei spielen Anforderungen an die Verfügbarkeit und Nutzungsfähigkeit von Stadtgrün, mögliche Nutzungskonflikte sowie die erwartete und tatsächliche Nutzung durch die Bevölkerung eine wesentliche Rolle.

Mehr Informationen und Anmeldung unter:
http://www.nua.nrw.de/nua/content/de/doc/pages/1196838481.xml


Brainwalking: Denksport unter freiem Himmel

Ein Spaziergang im Grünen ist ein Fest für die Sinne. Die Nase erschnuppert den Duft von Blüten, Laub und Erde, die Ohren bekommen ein Zwitscherkonzert zu hören, und die Augen freuen sich über die Spiele von Licht und Schatten im Blätterdickicht. Das tut der Seele gut - und auch dem Gehirn. "Die Reizflut in der freien Natur spricht verschiedenste Bereiche des Gehirns an. Kombiniert man diese Aktivität mit Trainingsaufgaben für das Gedächtnis, wird die Hirnleistung optimal stimuliert und trainiert", sagt Carsten Brandenberg, stellvertretender Vorsitzender des Bundesverbands für Gedächtnistraining (BVGT). Dieses ganzheitliche Gedächtnistraining, das als Brainwalking oder auch Mentalwalking bekannt ist, macht sich einen praktischen Mechanismus des menschlichen Körpers zunutze: "Wenn der Körper sich bewegt, funktioniert das Gehirn besonders gut. Durch die Aktivität wird es mit zusätzlichem Sauerstoff versorgt und kann schneller und besser arbeiten", erklärt Brandenberg. Während man so durch die Natur wandelt, stellt der Gedächtnistrainer den Teilnehmern verschieden Aufgaben. "Das können Rechenaufgaben sein, Buchstabierspiele, Knobeleien oder Ähnliches", sagt der Fachtherapeut für Hirnleistungstraining an der Memory Clinic Essen. Der aktive Denksport wird in verschiedenen Städten von ausgebildeten Gedächtnistrainern angeboten. Die Verbindung von Bewegung in der freien Natur und Gedächtnistraining kann man aber auch auf eigene Faust ausprobieren. Im Hobbykeller auf dem Laufband funktioniert dies jedoch nicht: ohne öffentliches Grün in den Städten kann man das Brainwalking, sorry, gleich wieder vergessen.


Mehr unter: http://www.lichtblick99.de/ticker2750_08.html
http://www.elisabeth-essen.de/base/main/content.php?n=258


Grün und Gesundheit

Laut einer aktuellen Studie an der Columbia University in New York erkranken Kinder umso seltener an Asthma, je mehr Bäume sich in ihrer Alltags-Umgebung befinden. Die Atemwegserkrankung, die sich im dichten Stadtraum New Yorks bei durchschnittlich ca. zehn Prozent der Vier- bis Fünfjährigen entwickelt, wurde aufgrund der gestiegenen Neuerkrankungen in den USA untersucht.

In einem Beitrag im Journal of Epidemiology and Community Health legen die Wissenschaftler Zahlen vor: Im statistischen Mittel finden sich in New York City auf einem Quadratkilometer 613 Bäume. In jenen Teilen der Stadt, wo die Baumdichte mehr als 956 pro Quadratkilometer beträgt, nimmt die Häufigkeit der Asthma-Erkrankungen bei Kindern um 25 Prozent ab. Faktoren wie Luftverschmutzung, Einkommen oder Bevölkerungsdichte beeinflussten diesen Wert nicht. Wie das grüne Therapeutikum wirkt, weiß man noch nicht genau. Beispielsweise ist nicht klar, ob die Verbesserung der gesundheitlichen Situation durch die höhere Anzahl der Bäume oder das vermehrte Spielen der Kinder im Freien entsteht. In jedem Falle aber zeigt sich eine positive Korrelation von Grün und Gesundheit. Die Stadtplaner von New York möchten innerhalb der nächsten zehn Jahre die City mit zusätzlich einer Million Bäume in eine grüne Lunge verwandeln. Internationale Forschungen geben ihnen recht:
Schwedische Naturmediziner berichten von der positiven Wirkung einer natürlichen Umgebung auf die Bewegungslust und damit auf das Körpergewicht. Forscher aus Australien stellen fest: "Grün ist Balsam für die Seele." Eine freundliche, grüne Umgebung locke zu längeren Spaziergängen, aber auch der Plausch über die Buchenhecke trage zur heiteren Grundstimmung bei. Gartenliebhaber wussten das schon lange.

Mehr dazu unter:

http://news.bbc.co.uk/1/hi/health/7374078.stm
Harro Albrecht, DIE ZEIT vom 28. Mai 2008 "Grün macht gesund"


Nur die Ruhe: Bald gibt's was auf die Ohren

Am 18. Juli 2002 ist die Umgebungslärmrichtlinie der EU (Richtlinie des Europäischen Parlamentes und des Rates über die Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm) in Kraft getreten. Bis zum 18. Juli 2008 müssen alle Kommunen Lärmkartierungen vorgenommen haben und in Lärm-Aktionsplänen darlegen, wie sie die Belastungen senken wollen. In Sachen Lärmschutz hätten fast alle Kommunen Handlungsbedarf, sagte NRW-Umweltminister Eckhard Uhlenberg bei der Vorstellung den neuen Internet-Portals www.umgebungslaerm.nrw.de .
"Anders als bei den Luftschadstoffen legt die EU in der Umgebungslärmrichtlinie keine Grenzwerte fest", so Uhlenberg. "Der Bürger hat keinen Rechtsanspruch auf Maßnahmen." Aus Sicht des Ministeriums bestehe aber Handlungsbedarf, wenn tagsüber regelmäßig 70 und nachts 60 dB (A) überschritten werden. 60 dB (A) entsprechen etwa dem Geräuschpegel eines normalen Gesprächs aus einem Meter Entfernung. "In Nordrhein-Westfalen werden diese Werte fast in jeder Kommune überschritten, wenn man nah an der Straße ist", sagte Elke Stöcker-Meier vom Lärmschutz-Referat des Ministeriums. Insgesamt seien landesweit etwa vier Prozent der Bevölkerung dauerhaft betroffen.

Als verkehrsreichste und am dichtesten besiedelte Region Deutschlands ist NRW besonders gefordert. Dass begrünte Lärmschutzwände wirksamer sind als nackter Beton und dass Grünstreifen an Straßen deutlich zur Lärmminderung beitragen, ist lange bekannt. Es bietet sich also an, den Anforderungen der Lärmschutzrichtlinie und denen der Feinstaubrichtlinie mit gleichen Maßnahmen entgegen zu treten. Pflanzen können einen wirksamen Beitrag dazu leisten.

Mehr unter:
www.umgebungslaerm.nrw.de


Ältere spielen im Park

Manchester hat als erste Stadt in Großbritannien einen Spielplatz für Senioren eröffnet. Auf der Wiese inmitten eines Parks im Stadtteil Blackley stehen eine Wippe, eine Art Schiffschaukel zum Sitzen und ein Schlittschuh-Trimmgerät. Die Vorsitzende des Nachbarschaftsclubs, die 76 Jahre alte Joan FitzGerald, sammelte15.000 Pfund (rund 21.000 Euro) zum Kauf der Geräte von der Gemeinde und einer Wohnungsbaugesellschaft ein, nachdem sie gehört hatte, dass es in Deutschland Spiel- und Turnanlagen für Alte gebe. Mrs. FitzGerald betont, es gehe ihr nicht allein um die Fitness für die älteren Einwohner der Gegend, sondern auch um den sozialen Austausch und um die Einrichtung eines Treffpunktes in der Nachbarschaft. Ihr gefalle die neue Schaukel am besten: "Wenn sie da zu zweit drauf sitzen, hören sie gar nicht mehr auf zu lachen."

Mehr unter:
http://www.manchestereveningnews.co.uk


Kampagne "Bewegung und Gesundheit" des BMG auf der BUGA

Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit (BMG), Rolf Schwanitz hat am 4. Juni 2007 an einem 3.000-Schritte-Spaziergang auf dem Bundesgartenschau-Gelände in Gera teilgenommen. Dabei stellte er die Kampagne "Bewegung und Gesundheit" des BMG vor, die zu mehr Bewegung im Alltag motiviert.

Staatssekretär Rolf Schwanitz: "Mit dem 3.000-Schritte-Spaziergang möchten wir möglichst viele Menschen gewinnen, etwas für ihre Gesundheit zu tun und sich täglich an der freien Natur zu bewegen. Die BUGA ist eine gute Gelegenheit, sich von der Farbenpracht der Pflanzen anstecken zu lassen und gleichzeitig etwas für die Gesundheit zu tun. Denn täglich 3.000 Schritte extra stärken Körper, Geist und Wohlbefinden." Mehr als 380.000 Bürgerinnen und Bürger haben sich der Kampagne bereits angeschlossen - ebenso zahlreiche Vereine, Unternehmen und prominente Unterstützer, darunter Senta Berger, Oliver Bierhoff, Jörg Pilawa und Jeanette Biedermann sowie die Fußballvereine Hamburger SC und Arminia Bielefeld.

Am 10. Juni 2007 findet zum zweiten Mal der Aktionstag der Kampagne "Bewegung und Gesundheit" in den Botanischen Gärten statt. Diese Jahr steht er unter dem Motto "Bewegung liegt in unserer Natur - Jeden Tag 3.000 Schritte extra". Die Botanischen Gärten präsentieren ein aktives und vielfältiges Programm: Themenrundgänge, Führungen und Aktionen für die ganze Familie u. v. m..

Mehr zu der Kampagne und auch eine Information, welcher Botanische Garten in Ihrer Region an der Aktion teilnimmt stehen unter:
http://www.die-praevention.de


Umweltpsychologie und Grün


Städtische Artenvielfalt gut fürs Gemüt


Je vielfältiger Grünflächen oder die Reste natürlicher Lebensräume in städtischen Ballungsräumen sind, desto stärker scheinen die ortsansässigen Menschen bezüglich ihres Wohlbefindens und ihrer Gesundheit zu profitieren.

Richard Fuller von der Universität Sheffield und seine Kollegen bestätigen damit nicht nur frühere Untersuchungen, die beispielsweise bereits einen Zusammenhang zwischen beschleunigt genesenden Patienten und ihrem Zugang zu Grünflächen nachgewiesen haben. Sie belegen mit ihrer eigenen Studie nun zudem, dass auch die Gestaltung und Artenvielfalt von Stadtparks und ähnlichen naturnahen Stadtumwelten eine wichtige Rolle spielen: Je größer die Flächen sind, und je mehr Arten - vor allem Pflanzen und zu einem etwas geringeren Anteil auch Vögel - darin vor-kommen, desto zufriedener und positiver äußerten sich die Befragten und desto stärker fühlten sie sich diesem Stadtbereich verbunden.

Ihre Studie zeige zudem, dass Stadtmenschen nicht zwangsläufig völlig der Natur entfremdet sind, sondern tatsächlich auch Artenvielfalt per se erkennen können, so die Wissenschaftler. Allerdings schwanken die Zahlen beträchtlich zwischen einzelnen Gruppen: Am deutlichsten nahmen Städter demnach unterschiedliche Pflanzenarten wahr, zugleich bevorzugten sie auch abwechslungs-reichere Habitate innerhalb der einzelnen Parks. Die Autoren fordern deshalb zukünftig bei der Stadtplanung nicht nur auf die Zahl und Fläche, sondern auch auf die Vielfalt der Grünflächen zu achten, um den Menschen nicht nur mehr Naturkontakte zu ermöglichen, sondern auch ihre psychische Gesundheit zu verbessern.

Mehr unter:
http://www.gehirnundgeist.de/artikel/874194&_z=798884

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